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"Eine gute Schule hat viele Gesichter"




Gymnasium St. Ursula Dorsten
Schulprogramm

Stand: Oktober 2006


Schulprogramm: Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Präambel
  3. Ursulinische Erziehung- damals und heute
  4. Übersicht über die pädagogische Orientierung
  5. Besonderheiten der Erprobungsstufe
  6. Besonderheiten der differenzierten Mittelstufe
  7. Besonderheiten der differenzierten Oberstufe
  8. Gottesdienst, Feste und spirituelle Angebote
  9. Hinführung zur Medien- und Methodenkompetenz
  10. (Hoch-)Begabtenförderung
  11. AG-Angebote: Möglichkeiten schulischen Lernens
  12. SV-Arbeit
  13. Elternarbeit am Gymnasium St. Ursula
    Eltern-Lehrer-Arbeitskreise
  14. Fahrtenprogramm
  15. Schul- und Hausordnung

  1. Vorwort
  2. Jede Schule hat - ob formuliert oder nicht - ein eigenes Profil, das sich über die Jahre ihres Bestehens in besonderer Weise ausgeprägt hat. So hat auch unsere Schule ihr eigenes Profil. Im Gegensatz zu anderen Schulen weiß sich unsere Schule neben den allgemeinen Verpflichtungen aus den Richtlinien und den Gegebenheiten des Zeitgeistes einem besonderen Auftrag verpflichtet, der sich aus christlichen Grundsätzen, formuliert im ursulinischen Stil, ergibt.
    Die zunehmende Säkularisierung der letzten Jahrzehnte und die anstehende Frage der weitergehenden freien Trägerschaft erfordern über eine implizite Ahnung des eigenen Profils hinaus eine explizite Formulierung der grundsätzlichen Ausrichtung unseres Leitbildes, unserer pädagogischen Grundorientierung. Zum einen muss diese Aufgabe von den Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule geleistet werden, damit eine wirkliche Identifizierung vieler mit den Erziehungszielen unserer Schule stattfindet, und nicht extrinsische Motivation den Wunsch bestimmt, an unserer Schule zu arbeiten. Diese Aufgabe muss zum anderen aber auch von den Eltern der Schülerinnen und Schüler geleistet werden, da sie sich bewusst werden müssen, aus welchen echten Motiven heraus sie ihre Kinder zu uns schicken, damit der gemeinsame Erziehungsauftrag von Elternhaus und Schule verwirklicht werden kann.
    In dieser Situation zwischen den Verpflichtungen aus den Richtlinien und den Rahmenbedingungen unserer Schule sind wir bei der Schulprogrammarbeit folgende Schritte gegangen:

    • Die Feststellung des Ist-Zustandes, d.h. die Frage und gemeinsame Sammlung, welche unterrichtlichen Qualitäten und außerunterrichtlichen Aktivitäten unsere Schule aufweist. Die Feststellung des Ist-Zustandes ist sowohl über die Fachgruppen, als auch über die Arbeit auf Pädagogischen Tagen innerhalb der Lehrerschaft geleistet worden, in Diskussion in der Schulpflegschaft. Dieser Schritt ist abgeschlossen.
    • Die Frage nach dem Soll-Zustand, d.h. wünschenswerten Ergänzungen, die sich realisieren lassen. Im Zentrum aller Überlegungen steht wieder der qualifizierte Unterricht und die Erziehungsaufgabe. Bei der Erweiterung des Angebotskataloges kann es nicht darum gehen, möglichst viele Angebote zu haben im Sinne eines Aktionismus, sondern um eine richtig verstandene Pluralität von Angeboten, die sich aus dem übergeordneten Erziehungsziel unserer Schule ergeben. Es geht hier um die Identifikation mit der pädagogischen Grundausrichtung unserer Schule, die sicherlich noch viel Zeit und ein hohes Maß an Diskussion erfordern wird.

    Wichtig für alle Beteiligten ist die Einsicht, dass ein Schulprogramm nicht nur ein Produkt, sondern immer auch ein Prozess ist, so dass nicht alle Bereiche gleichzeitig angegangen werden können und müssen.

  3. Präambel
  4. Das Gymnasium St. Ursula ist eine staatlich anerkannte christliche Schule in freier Trägerschaft. Träger ist das Ursulinenkloster Dorsten.
    Der Orden geht auf Angela Merici zurück, die 1535 die "Gesellschaft der hl. Ursula" gründete. Die Gesellschaft war noch kein Orden, sondern eine Gemeinschaft von religiös gebundenen Frauen, die ãmitten in der WeltÒ im Geist des Evangeliums lebten. Angela war eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und mischte sich in das Geschehen der Zeit und in die Reformbewegung der Kirche ein. Angelas Anliegen, die Verbindung von Religiosität und Weltoffenheit, wurde tragende Grundlage für den Ursulinenorden, der im 17. Jahrhundert aus der Gesellschaft der hl. Ursula entstand und als erster im europäischen Raum die Frauenbildung initiierte. In dieser Tradition verstanden sich auch die Ursulinen in Dorsten, als sie 1699 Kloster und Schule gründeten.

    So weiß sich unsere Schule einem besonderen Erziehungsauftrag verpflichtet, der die persönliche Entfaltung des Einzelnen in sozialer Verantwortung zum Ziel hat. Zur Erfüllung dieser Aufgabe erhält die Schule ihre besondere Orientierung aus dem Evangelium und dem Vermächtnis Angela Mericis. Im Evangelium ist uns Gottes Liebe zugesagt. Aus diesem Zuspruch ergibt sich der Anspruch an uns Menschen zum mutigen und überlegten Engagement in der Welt.
    Demnach gilt für unsere Schule, dass das christliche Bekenntnis die Ordensfrauen, Lehrer*, Eltern und Schüler* verbindet. Der christliche Glaube, ökumenisch gelebt, gibt der Schule ein Profil, das an vielen Stellen Auswirkungen auf den Schulalltag hat. Dabei orientiert sich unsere Schule am Leitbild der Menschwerdung in Solidarität, wie es von der Deutschen Bischofskonferenz formuliert wurde.

    Unsere Lehrer haben sich verpflichtet, den Unterricht und die Erziehung in diesem christlichen Geist durchzuführen. Neben der Vermittlung der Unterrichtsinhalte ist die Anerkennung der persönlichen Würde eines jeden Einzelnen Schwerpunkt der Erziehung.

    Von den Schülern wird erwartet, dass sie sich ebenfalls für christliche Werte einsetzen. Das betrifft zunächst den Umgang miteinander. Es ist eine wichtige Aufgabe für alle Klassen und Kurse, niemanden auszugrenzen und jegliche Form von Gewalt zu vermeiden, sodass ein Klima der Menschlichkeit entsteht, in dem jeder sich wohlfühlen und sich in seinen Fähigkeiten frei entfalten kann. Des Weiteren wird erwartet, dass die Schüler sich mit der Tradition, den Werten und Glaubensinhalten des Christentums geistig auseinander setzen. Deshalb ist es eine Selbstverständlichkeit, am Religionsunterricht teilzunehmen.

    Die aufgezeigten Aufgaben gelten für alle Bereiche des schulischen Lebens vom Unterricht bis zu außerunterrichtlichen Aktivitäten, wobei der Schulgottesdienst einen besonderen Stellenwert einnimmt. So wird die Schule für die Schüler zu einem Lebensraum, in dem ihnen Wertorientierung wie auch Halt und Hilfe bei der AuseinanderÂsetzung mit den Fragen und Problemen unserer Zeit angeboten werden. Mit der Anmeldung ihrer Kinder an unserer Schule erkennen die Eltern die o.g. Ziele der Schule an und verpflichten sich, in Zusammenarbeit mit den Lehrern, diese aktiv zu unterstützen.

    * als Sammelbegriff verwandt, grundsätzlich sind hier immer Lehrerinnen und Schülerinnen mit gemeint.

  5. Ursulinische Erziehung - damals und heute
  6. Vorwort

    Seit Jahren vollzieht sich innerhalb der ursulinischen Gemeinschaften eine starke Bewegung der Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln. Im Zuge dieser Entwicklung wird u.a. das auf Angela Merici fußende Erziehungs- und BildungsverstŠndnis genauer in den Blick genommen.
    Im Rahmen der Arbeit des Kreises "Ursulinische Erziehung" wurde der Versuch unternommen, ein Bild von Erziehung und Bildung zu skizzieren, das zwischen zwei Polen gespannt ist: das im 16. Jh. verankerte Verständnis Angelas auf der einen und die Konzeptionen des 21. Jh. auf der anderen Seite. Bei der Auseinandersetzung mit dem ganzheitlichen Erziehungskonzept Angelas zeigten sich Vorläufer zu den Zielen der heutigen Richtlinien, d.h.:
    Wissenschaftsorientierung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bzw. wissenschaftspropädeutischen Ausbildung in der gymnasialen Oberstufe
    Hilfen zur persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit

    • Wissenschaftsorientierung und Vermittlung grundlegender Kenntnisäe, Fähigkeiten und Fertigkeiten bzw. wissenschaftspropädeutischen Ausbildung in der gymnasialen Oberstufe
    • Hilfen zur persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit

    Folgende zentrale Fragen dienten dem AK als Untersuchungskriterien:

    • Worin besteht das Spezifische in Angela Mericis Leben und Persönlichkeit?
    • Welches Verhältnis zwischen Persönlichkeitsbildung und sozialem Wirken bestand bei Angela Merici?
    • Wie entwickelte sich Angela Mericis ganzheitliches Erziehungskonzept von damals bis heute zum Erziehungs- und Schulorden?
    • Wie ist ursulinische Erziehung an unserer Schule heute umsetzbar?

     

    Angelas Leben und Persönlichkeit im Kräftefeld politischer und kirchlicher Interessen

    Angela Merici wurde in der Zeit zwischen 1470 und 1475 in Desenzano (Italien) geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern und Schwester begann für Angela eine lebenslange Pilgerschaft. Sie wohnte in verschiedenen Unterkünften, die Freunde oder Verwandte ihr zur Verfügung stellten. In einem fortdauernden Unterwegssein widmete sie ihr Leben dem Dienst am Nächsten. Sehr früh entschied sich Angela ehelos zu leben. Sie wurde Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus in Salò, der den Laien ermöglichte, sich mitten in der Welt intensiv dem Dienst der Kirche zu widmen. 1516, also mit über 40 Jahren, trat Angela an die öffentlichkeit, als sie nach Brescia ging. Dort wurde sie mit der Zerstörung der menschlichen Moral, den Kriegsverwüstungen und dem geistigen Verfall - auch in der Kirche - konfrontiert. Durch diese Erfahrungen gewann Angela eine tiefere Vorstellung vom Dienst am Menschen und gehörte bald zu den maßgeblichen Vertretern der katholischen Reformbewegung. Insbesondere stand sie der Laienbruderschaft ‚Compagnia di Divino Amore' (Gesellschaft der göttlichen Liebe) nahe, die sich für notleidende Menschen, Waisen, ehemalige Prostituierte usw. einsetzte. In kurzer Zeit war Angela von einer Gruppe von Männern und Frauen umgeben, deren geistlicher Mittelpunkt sie war. Ihre besondere spirituelle Begabung sprach sich schnell herum, so dass sie auf ihren Pilgerreisen in die italienischen Metropolen Venedig (1524), Rom (1525) und wahrscheinlich auch Mailand (1528/29) von hochgestellten Persönlichkeiten der politischen und kirchlichen Kreise gebeten wurde, als Fürsorgerin und Seelsorgerin in den ‚Luoghi Pii' (Wohltätigkeitsinstitutionen) tätig zu werden. Unter anderen gehörte auch Papst Clemens VII. dazu. All diese Einladungen lehnte Angela aber ab, um ihre eigene Sendung verwirklichen zu können. 1522 bezog Angela einen kleinen Raum in der Kirche Sant'Afra in Brescia (heute: Kirche der hl. Angela Merici). Ab diesem Zeitpunkt, zu dem sie bereits eine Gruppe von Mädchen und Witwen um sich versammelt hatte, arbeitete sie an der Bildung einer geistlichen Gemeinschaft. Zusammen mit den Frauen und Mädchen erarbeitete sie eine einfache Regel, nach der sie lebten, und zwar nicht in einer großen Gemeinschaft, sondern in ihren Familien oder in kleinen Wohngemeinschaften zu zweit oder zu dritt. Sie fühlten sich aber durch regelmäßige Zusammenkünfte und eine gemeinsame Spiritualität miteinander verbunden. Mit dieser Konzeption eröffnete Angela den Frauen ihrer Zeit eine neue Lebensform in der Kirche; denn sie ermöglichte ihnen ein hohes Maß an Freiheit, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Am 25. November 1535 gründete Angela mit 28 ihrer Gefährtinnen die ‚Compagnia de Sant 'Orsola' (Gesellschaft der hl. Ursula), deren theologische Grundlagen das Evangelium und das Vorbild der urchristlichen Gemeinde waren und deren spirituelle Kraft dem Vertrauen auf den Hl. Geist entsprang. Am 27. Januar 1540 starb Angela, nur fünf Jahre nach der Gründung ihrer ‚Gesellschaft der hl. Ursula'. Als Angelas Sarg am 28. Januar 1540 zur Kirche Sant'Afra getragen wurde, folgte ihr eine große Menschenmenge, so dass der Trauerzug nach Aussage des Stadtchronisten "wie das Begräbnis eines Fürsten wirkte. Der Grund für all dies war, dass ‚Madre Suor Angela' weit und breit den Glauben an den allmächtigen Gott verkündigt hat und von allen geliebt wurde."(1) Äußerst bemerkenswert ist, dass Angela als Frau in einer Zeit der politischen und der kirchlichen Umbrüche ‚von allen geliebt' wurde. Zudem wurde sie in einer Zeit, in der Frauen keinen relevanten öffentlichen Einfluss besaßen, sondern nur zwischen Ehe und Klostermauern wählen konnten, als Beraterin und Seelsorgerin, als Predigerin des Glaubens und als Lehrerin von kirchlich und weltlich führenden Persönlichkeiten genau so wie vom Volk geachtet. Sie besaß die Kraft, entschlossen und mutig einen selbstständigen Weg einzuschlagen, der in die Gründung einer eigenen Gesellschaft als Alternative zum Kloster mündete. Angelas besondere Begabung lag in ihrer klugen Ratgebung, mit der sie den Menschen in jeder Notsituation half. Sie wurde wegen ihrer menschlichen Fähigkeiten und als ‚geistliche Freundin' geschätzt. Ihr Maßstab in geistlichen Fragen war immer die Orientierung am Evangelium und am Vorbild der urchristlichen Gemeinden. Vor allem aber war die Liebe die Grundlage allen Handelns nach dem augustinischen Leitsatz ‚Ama, et fac quod vis' (Erläuterung im 1. Vermächtnis: "Das heißt: Habe leidenschaftliche und selbstlose Liebe, und du kannst tun, was dir gefällt.").(2) Cozzano, der Sekretär Angelas und der Sachverwalter ihres Erbes, schreibt, sie habe "feurig, stark und liebevoll und mit einer (...) neuen Kraft der Gnade"(3) gesprochen, und ihre Liebe manifestierte sich in ihrer stetigen Sorge um das Heil und das Wohl des Nächsten, so dass Menschen in ihr das Wirken Gottes erfahren konnten . Ihre selbstbewusste und konsequente Ablehnung verschiedener Einladungen von weltlich und kirchlich hochgestellten Persönlichkeiten, zeigt, dass sie sich von einer eigenen Sendung beseelt wusste. Dieses Sendungsbewusstsein entwickelte sich, historisch betrachtet, im Rahmen der Bewegung des ‚Evangelismus'. Dies war eine Bewegung ‚von unten', die die Orientierung am Evangelium zum wichtigsten Maßstab erklärte; und zwar als Antwort auf die z.T. vorherrschende kirchliche Korruption, die zur Reformation führte. Die geistliche Wurzel dieses Sendungsbewusstseins ist Angelas absolutes Vertrauen auf die Kraft des Hl. Geistes, das schließlich im Alter von über 60 Jahren zur Gründung einer neuen Gemeinschaftsform mitten im Leben, mitten in der Welt, führte. Die Konzeption der ‚Gesellschaft der hl. Ursula' wurde in ihren Schriften - Regola, Ricordi, Legati (Regel, Gedenkworte und Testament) - niedergelegt. In i hnen wird deutlich, dass Angela den Frauen viel Freiraum für persönliches Engagement, Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Entfaltung einer spirituellen Lebensform einräumte. Sie begründete die Freiheit des Willens mit dem Satz: "Gott hat jedem seinen freien Willen gegeben und will niemanden zwingen. Er macht nur offenbar, lädt ein und rät."(4) Angela war ihrer Zeit weit voraus, denn ihre religiöse Lebensform in der Welt mit der weitreichenden Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit entsprach nicht dem vorherrschenden kirchlichen und gesellschaftlichen Frauenbild und geriet nach ihrem Tod immer wieder in die Diskussion. Dies hatte Angela voraus gesehen, weshalb sie den Mitgliedern ihrer Gesellschaft in ihrem ‚Testament' Folgendes mit auf den Weg gab: "Wenn es sich gemäß den Zeiten und Bedürfnissen ergeben sollte, etwas neu zu ordnen oder etwas anders zu machen, tut es gut und nach guter Beratung."(5) "Die von Angela Merici vorgelebten Werte, nämlich eine auf dem Evangelium und in Christus gegründete Liebe zu den Menschen, ein Grundvertrauen in die Menschen und ihre Möglichkeiten, dazu die Fähigkeit zum weltoffenen Dialog und konstruktiver Konfliktlösung"(6), können Wegweiser und Ansporn für die ursulinische Erziehung heute sein. Ebenso haben ihr Mut und ihre Entschlossenheit - trotz aller zu erwartenden Widerstände - eine Leitbildfunktion auf diesem Weg.

    (1)Angela Merici, Regel, Ricordi, Legati, hg. v. der Föderation deutschsprachiger Ursulinen, Werl 1992, S. 69.
    (2)Ebd., S. 45.
    (3)Angela Merici, Briefe des Sekretärs Gabriele Cozzano, hg. v. Föderation deutschsprachiger Ursulinen, Heiligenstadt 2002, S. 131.
    (4)Angela Merici, Die Schriften. Kritische Ausgabe von Ansgar Faller, Einsiedeln/Trier 1988, S. 95.
    (5)Angela Merici, Regel – Ricordi – Legati, a.a.O. , S. 70.
    (6)Anne Conrad, Die Rolle der Ursulinen in Kirche und Gesellschaft (Manuskript), Vortrag in Hersel am 3. 1. 2002.

     

    Angela Mericis Verständnis von Persönlichkeitsbildung

    Wie bereits erwähnt, liegt der Beginn der ursulinischen Bewegung in der frühen Neuzeit, einer Zeit der weltlichen und kirchlichen Umbrüche, Reformen und Neuanfänge. In dieser Phase strebten reformerische Gruppen nach glaubhafter Gestaltung nicht nur der kirchlichen Institutionen, sondern auch der persönlichen Spiritualität. Auf beiden Ebenen brachte Angela wichtige Impulse. Auf der Suche nach neuen Formen waren für sie gesellschaftliche und religiöse Anschauungen leitend. Seit früher Kindheit nahm die heilige Ursula für Angela eine zentrale Rolle ein. Aus ihrer legendären Biographie entnahm sie die Eckpfeiler für ihre eigene Lebensgestaltung und für den Aufbau der ‚compagnia': Mut, um den Gefahren trotzen zu können; Sicherheit aus einer festen Gemeinschaft gleichgesinnter Frauen; Kraft aus der Einübung in Formen der Spiritualität; Unabhängigkeit, Konzentration auf die anliegenden Aufgaben und intensive Beziehung zu Gott aus gelebter Jungfräulichkeit. Diese Grundlage ihrer eigenen Lebensführung verband Angela mit einer neuen Form der Nachfolge Christi unter den drei evangelischen Räten: die unverheirateten Frauen sollten in Armut und Jungfräulichkeit in der Welt tätig leben und dabei in erster Linie den Geboten Gottes gehorsam sein. Angela erkannte, dass dies nur innerhalb einer Geborgenheit gebenden Gemeinschaft und nach fürsorglicher Zurüstung möglich sein konnte. über die gemeinsamen Treffen zu Gebet und Andacht hinaus erfuhren die Frauen Unterstützung für die Entfaltung einer individuellen Spiritualität, in der sie ihren Alltag vom Geist Gottes getragen gestalten konnten. Ihm, dem Heiligen Geist, ist zu gehorchen, auf seine Stimme ist zu hören - mehr als auf alle irdischen Autoritäten. Aus diesem Grunde wurden den Ursulinen bis in die sechziger Jahre des 16. Jh. weder das Ablegen der Gelübde noch das Einhalten detaillierter Vorschriften abverlangt; all dies ist in der ersten Fassung der Ordensregel nicht zu finden. Angela vertraute auf die Selbstverpflichtung der Frauen zu einem Leben in weltzugewandter Askese. Nicht die einzelne Regelung, sondern die eigenverantwortliche und selbstständige Haltung stand im Vordergrund. Wie hätte auch sonst ein Leben an den 'sozialen Brennpunkten' 'in der Welt', wo die Frauen meist auf sich gestellt waren, gelingen können? Die nötige Unterstützung, die das Wachstum dieser Einstellung nötig hatte, wurde ihnen von den 'geistlichen Führerinnen (colonelli)' zuteil; sie bestärkten sie im Vollzug ihres geistlichen Lebens, ermahnten und ermutigten sie. Richtschnur ihrer Lebensgestaltung blieb das Gewissen und der freie Wille, nach diesem zu handeln.

     

    Angela Merici und ihre soziale Kompetenz

    Das Leben Angela Mericis war geprägt von ihrem sozialen Engagement für ihre Mitmenschen und von ihrer Offenheit für die Vielfalt menschlicher Nöte. Ihr humaner und (in doppeltem Sinne) geistreicher Umgang damit ist ein prägendes Merkmal ihrer Persönlichkeit. Bei aller fürsorglichen Hinwendung zu den Menschen mit den unterschiedlichsten Sorgen war doch das Gespräch mit den Menschen eine tragende Komponente ihres Engagements. Sie hielt ‚Ansprachen', beriet und wirkte als Vermittlerin in Konfliktsituationen, kurzum sie war im besten Sinne ‚Seelsorgerin' und damit zugleich auch eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, da sie sich der Not anderer nicht verschließen konnte. Ihre besondere Sensibilität für die Nöte ihrer Mitmenschen zeigte sich aber nicht nur in der reinen Fürsorge, sondern brachte sie dazu, Menschen in existentiellen Nöten und Krisen, in Trauer, ängsten und Zweifeln beizustehen. Für sie waren physisch Kranke gleichzeitig auch seelisch Leidende, denen sie ebenfalls ihre geistliche Hilfe zukommen ließ. Fürsorge war für sie immer auch Seelsorge. So ist es nicht verwunderlich, dass ihr soziales Engagement im besonderen Maße auch den sozialen Randgruppen (Syphilis-, Pestkranken, Waisen, Prostituierten) galt. Ihre Fähigkeit, den Fragenden Antworten zu geben, den Rat- und Trostsuchenden beizustehen, sie zu ermutigen und ihnen weiterzuhelfen, ihnen ‚Wissen' und Hilfe in Glaubensfragen zu geben, wird von ihren Zeitgenossen immer wieder hervorgehoben. So beschränkte sich ihr Engagement für die Mitmenschen nicht auf den rein sozial-karitativen Bereich. Ihre Fürsorge verband sich mit Reflexion und Wissen, d. h. mit intellektueller Kom-petenz. Klugheit war für sie eine wichtige Kategorie. Sie entsprach damit nicht dem vor-herrschenden kirchlichen und gesellschaftlichen Frauenbild. Was Angela für sich in Anspruch nahm, wollte sie für alle Frauen erreichen. Durch die Gründung der Gesellschaft der hl. Ursula versuchte sie andere Frauen zu ermutigen, eigenverantwortlich, selbstständig und in aller Individualität im christlichen Geist zu leben und zu handeln. Angelas Maßstab dabei war die Orientierung am Evangelium, ihre treibende Kraft die göttliche Liebe, die sich in ihrer Nächstenliebe widerspiegelt. So benötigte sie keine Reglementierung, sondern ermutigte zu eigenverantwortlichem Handeln in der Welt. Die christliche Lebensweise war für sie nicht Zwang, sondern Einladung Gottes. Ihre Forderung, dem Geist zu folgen, impliziert somit auch nicht Befehlsgehorsam, sondern basiert auf dem Vertrauen, dass der Mensch in seinem Tun nicht fehlgehen kann, wenn er die Liebe zur Grundlage und zum Maßstab seines Handelns macht. Der freie Wille, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, sowie die Individualität der Einzelpersönlichkeit boten ihrer Meinung nach erst den entscheidenden Freiraum, sich immer neu auf die jeweiligen Herausforderungen und Notwendigkeiten der Zeit einzustellen.

     

    Aneignung sozialer Kompetenz im Rahmen der ursulinischen Erziehung

    Aus dem oben Gesagten ergibt sich für Schulen, die sich der Tradition Angelas und der Ursulinen verpflichtet sehen, die Frage: Was bedeutet ursulinische Erziehung von Schülern im Hinblick auf eben diese soziale Kompetenz, die sie entwickeln sollen? Welche Rolle spielen Lehrer, Eltern und Schüler bei der Genese dieser sozialen Kompetenz? Zunächst einmal soll festgestellt werden, dass die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Erziehung der Schüler/innen zu sozialer Kompetenz das gemeinsame Streben aller am Erzie-hungsprozess Beteiligten sein muss, Angela Mericis soziale Kompetenz kennen zu lernen. Wünschenswert ist, dass sich daraus die Bereitschaft ergibt, soziale Verantwortung in unserer Gesellschaft d. h. insbesondere im schulischen und - das sei besonders betont - auch im privaten Bereich zu übernehmen. Soziales Verantwortungsbewusstsein bei unseren Schülern und Schülerinnen kann durch praktisches Vorleben sozialen Engagements gefördert werden. Somit ist es einsichtig, dass die Vermittlung dieser sozialen Kompetenz alle Unterrichtsfächer wie auch die elterliche Erziehung im besonderen Maße betrifft. Aus dem praktischen Beispiel der Angela Merici lassen sich besondere Erziehungsziele für unsere Schüler ableiten: Die Schüler sollen ihre Mitmenschen in ihrer Individualität akzeptieren und respektieren lernen. Sie können dies nur, wenn ihnen von allen Erziehenden glaubhaft vermittelt wird, dass die Würde und der Wert eines Menschen nicht von der Gesellschaft, sondern gottgegeben ist, völlig unabhängig von Rasse, Nationalität, Religionszugehörigkeit, gesellschaftlichem Rang oder weiteren Kriterien. Verständnis für den anderen beinhaltet erstens das Wissen um den anderen, seine ängste, Nöte, Zweifel, und zweitens das Wissen um sein kulturelles Umfeld. Alle Erziehenden - insbesondere an der Schule - können im Hinblick auf den zwischenmenschlichen Bereich und auf die Wissensvermittlung hier ein wichtiges Fundament für das spätere sozial verant-wortliche Verhalten der Kinder legen. Besonders deutlich wird hier ein Grundprinzip Angela Mericis, nach dem sozial-karitatives Engagement und Bildung untrennbar miteinander verbunden sind. Wo aber können für unsere Schüler solche Orte des "sozialen Lernens" sein: Im schulischen Bereich ist der zentrale Ort des Erlernens der sozialen Kompetenz der Unterricht. Er bietet durch abwechslungsreiche Gestaltung der Arbeitsformen (Partnerarbeit, Klein- und Großgruppenarbeit, Projektphasen, Rollenspiel u.ä.) reichhaltigen Raum für soziale Erfahrung und deren Reflexion. Aber auch in jeder anderen Art von schulischer Gruppierung (Schulfreunde, Klassengemeinschaft, Schulgemeinschaft) wird dieser Ort zu finden sein. Dort geht es um die Sensibilisierung der Schüler für jegliche Form des Ausgegrenztseins einzelner Schüler, Schülergruppen oder Lehrer, für Formen jedweder Gewalt, der Ungerechtigkeit, des Streits, der existentiellen und seelischen Not, des Mobbings, der Trauer, der Krankheit. Die Schüler sollen in Situationen dieser Art befähigt werden, Eigenverantwortung zu übernehmen, Zivilcourage zu zeigen und sich für die Behebung der Notsituation aktiv und engagiert einzusetzen. Sie können dabei ebenso ein Gespür dafür bekommen, dass das Eintreten für andere auch persönliche Befriedigung und Glück bedeuten kann. Um den Schülern möglichst intensive Lernerfahrungen dieser Art zu ermöglichen, ist für die Jahrgangstufe 9 die Durchführung von Tagen religiöser Orientierung an unserem Gymnasium obligatorisch. Sie geben den Schülern außerhalb ihres normalen Unterrichtes für eine ganze Woche die Möglichkeit solche Erfahrungen zu thematisieren und zu reflektieren. Ebenso bieten die an unserer Schule für alle Jahrgangsstufen regelmäßig stattfindenden Schulgottesdienste den Raum Themenbereiche, die das Erlernen von sozialer Kompetenz fördern, anzusprechen und immer wieder neu zu verarbeiten. Im Folgenden sollen einige besondere Beispiele an unserer Schule angeführt werden, die das Erlernen sozialer Kompetenz im besonderen Maße ermöglichen: Ein ganz konkreter Lernort dieser Art ist die an unserer Schule eingeführte Einrichtung der Streitschlichter, in der den Schülern nicht nur soziales Verantwortungsgefühl vermittelt wird, sondern auch konkrete Strategien insbesondere zur Behebung von Streitigkeiten an die Hand gegeben werden. Die Streitschlichter handeln dort ganz im Sinne Angela Mericis, die ja immer wieder in schwierigen Konfliktsituationen als Vermittlerin auftrat. Ein weiterer Lernort für soziale Kompetenz ist an unserer Schule die Kambodscha-AG, die mit stetiger Bewusstseinsbildung und vielfältigsten Aktionen auf die Not von Menschen in Kambodscha (Armut, Analphabetentum, Arbeitslosigkeit, Prostitution, tödliche Krankheiten) hinweist und es immer wieder schafft, diesen Menschen ideelle und finanzielle Hilfe zukom-men zu lassen. Durch ihr Bemühen kann dieses Projekt immer mehr zu einem wirklichen "Schulprojekt" werden und ein kollektives Verantwortungsbewusstsein aller mit unserer Schule Verbundenen im besonderen Maße fördern. Außerdem sind hier auch sämtliche sozial-karitativen Klassenprojekte, die Umwelt-AG, die Chöre, das Orchester, die Theater-AGs und Sport-AGs zu nennen, die in gleichem Maße die soziale Kompetenz einzelner Schülergruppen fördern und zu sozialem Engagement und Verantwortung für unsere Umwelt auffordern. Es ist von der Schule ausdrücklich erwünscht, dass die Schülern die vielfältigen Möglichkeiten sozialen Lernens wahrnehmen, um verantwortungsbewusstes Handeln zu erlernen und als Multiplikatoren und Beispiel für andere zu dienen. Die verpflichtende Teilnahme unserer Schüler/innen der Jahrgangstufe 11 am Betriebspraktikum ist ein weiterer Baustein unserer Zielsetzung, den Schülern soziale Kompetenz zu vermitteln. Deswegen ist es besonders wichtig und wird es besonders unterstützt, dass die Schüler ihr Praktikum in einem Beruf aus dem Bereich durchführen. Die Schüler haben aber auch im privaten Bereich zahlreiche Möglichkeiten, soziales Engagement zu zeigen und Verantwortungsbewusstsein zu erlernen. Dazu gehören Wahrnehmung sozialer Notsituationen in ihrer unmittelbaren Umgebung (wie z. B. bei der Suchtberatung, im Krankenhaus, bei alleinstehenden Müttern, in Frauenhäusern, bei Obdachlosen etc.), die Mit-arbeit in der jeweiligen Kirchengemeinde und in sozialen Einrichtungen. Das Engagement unserer Schüler in Einrichtungen dieser Art wird ausdrücklich unterstützt und soll durch eventuelle Zusammenarbeit mit diesen Institutionen gefördert werden. In allen Bereichen des Lernens sozialer Kompetenz soll den Schülern deutlich gemacht werden, dass ihr Handeln nicht allein von einem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein menschlichen Mitgefühls abhängig ist, sondern wie bei Angela Merici die Erfahrung von Nächsten- und Gottesliebe uns als Christen geradezu herausfordert, für andere einzutreten. So bleibt verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne der ursulinischen Erziehung unter Berufung auf das Evangelium und unseren christlichen Glauben, so wie es Angela Merici vorgelebt hat, nicht eine Maxime von religiösen Träumern und Fantasten ist, sondern ist der aktive Beitrag zu einer humaneren und gerechten Gesellschaft.

     

    Persönlichkeitsbildung im Rahmen ursulinischer Erziehung

    Die Entfaltung einer harmonischen Persönlichkeit ist Ziel jeglicher Erziehung. Im Kontext ursulinischer Erziehung können Person und Leben Angela Mericis ein Modell bieten, das mit angemessener Aktualisierung auch nach über 500 Jahren immer noch gültig ist. Aspekte wie Selbstständigkeit, Verantwortung, Ehre, Spiritualität sowie die evangelischen Räte (Armut, Keuschheit, Gehorsam) können auch heute als erstrebenswerte Bausteine einer Selbstkompetenz gelten. Dem Erlernen der Sozialkompetenz ähnlich ist der alltägliche Unterricht durchzogen von Gelegenheiten, die die Persönlichkeitsbildung unterstützen können: der gesamte Schulalltag birgt Situationen, in denen der junge Mensch eine Balance herstellen muss zwischen dem, was seinem (mehr oder weniger bewussten) Selbstbild und seiner Autonomie entspricht, und dem, was sein jeweils konkretes Umfeld von ihm erwartet. Diese beiden Pole - Autonomie und Interdependenz - und deren Umsetzung sind in der schulischen Erziehung zu fördern. Die Unterrichtenden sind sich bewusst, dass sie bei diesem Entwicklungsgeschehen permanent als Modell fungieren. In diesem Prozess der Persönlichkeitsbildung ist es wesentlich, dass Schülerinnen und Schüler Gelegenheit bekommen, eigene Positionen zu Lebenssituationen, Menschen und den dahinter stehenden Sachthemen zu erlangen. Dies sollte im angemessenem Wechselspiel von Betroffenheit und Distanz geschehen, damit sie in souveränen Haltungen gefestigt werden, d.h. Selbstständigkeit erlangen. Aus dieser Position heraus haben sie den Lebenssituationen zu antworten, ihre Handlungen zu verantworten. Wichtig ist dabei, dass sich die Schülerinnen und Schüler respektvoll gegenüber ihrem Umfeld verhalten, aber auch Achtung und Wertschätzung, ein Aspekt persönlicher Ehre, erhalten. In jeglichem Unterrichtsgeschehen ist es möglich, diese Entwicklung methodisch mit z.B. Einzelarbeitsphasen, Projekten, Referaten zu unterstützen. In einer Atmosphäre der Akzeptanz, Sicherheit und Offenheit bekommen Schülerinnen und Schüler nicht nur die notwendigen Sachkenntnisse vermittelt, sondern auch die Möglichkeit, in der Auseinandersetzung mit anderen ihren Standpunkt zu finden und zu vertreten. Dazu bedarf es Mut, eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, Geduld und Frustrationstoleranz. Im Rahmen der ursulinischen Erziehung spielen darüber hinaus religiöse Aspekte eine Rolle. Die Entscheidung für katholische und evangelische Religionlehre als Pflichtfach ist von der überzeugung getragen, dass es für die Entwicklung einer ganzheitlichen Persönlichkeit notwendig ist, die Dimension des Zwischenmenschlichen und der Sachwelt überschreiten zu können, zumindest sich eine Offenheit für diese Seite des Menschseins zu erhalten und einen Standpunkt zu Fragen des Glaubens an Gott zu erlangen. In verschiedenen Fächern klingt diese Thematik immer wieder an; im Religionsunterricht, bei Tagen religiöser Orientierung und in den regelmäßigen Schulgottesdiensten steht sie im Vordergrund. Hier werden theologische Themenkreise diskutiert und vielfältige Formen von Spiritualität erlebt. In diesem Zusammenhang mit der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der ursulinischen Erziehung können wir zwar nicht von einem Leben nach den evangelischen Räten sprechen; aber aus deren Aktualisierung könnten sich für junge Menschen folgende Fragen ergeben: Wie steht ein junger Christ zu materiellen Gütern, zu Konsum und Genuss? Was heißt ein Ernstnehmen der leiblichen Verfasstheit des Menschen und wie kann Sexualität verantwortlich gelebt werden? Wie entfaltet sich das Spannungsverhältnis von Freiheit und Gebundensein?

     

    Die geschichtliche Entwicklung von Angela Mericis ganzheitlichem Erziehungskonzept zum Erziehungs- und Schulorden - Ein überblick

    Angela Merici erwarb sich ein reiches Wissen in Glaubensdingen. Sie galt als Autorität in theologischen Fragen, und man war beeindruckt von ihren "schönen, gelehrten und religiösen Ansprachen"(7). Anne Conrad hebt Angelas Fähigkeit hervor, "den Fragenden Antwort zu geben und ‚Wissen' in Glaubensfragen zu vermitteln, aber auch den Rat- und Trostsuchenden beizustehen, sie zu ermuntern und ihnen weiterzuhelfen".(8) Ihre Fürsorge war demnach verbunden mit Reflexion und Wissen, d.h. sie besaß soziale und intellektuelle Kompetenz. Angela Merici setzte durch ihr Leben und Wirken in der Gesellschaft der hl. Ursula Impulse, durch die schon bald nach ihrem Tod eine Gesellschaft christlicher Erzieherinnen entstand. Es war nicht ihre Absicht, einen Orden zu gründen; dennoch war die Entwicklung zum Schul-orden eine logische Folge: Die christliche Erziehung und Persönlichkeitsbildung junger Mädchen war für Angela von zentraler Bedeutung und wurde in der Tradition des Ordens durchgehend die Hauptaufgabe der Ursulinen. Die Erziehungskriterien, die Angela in ihren Schriften niederlegte, gelten noch heute wie damals: ein beispielhaftes christliches Leben mitten unter den Menschen, die Berücksichtigung der individuellen Veranlagungen und Fähigkeiten, die Anerkennung der persönlichen Freiheit: "Denn Gott hat einem jeden die freie Entscheidung gegeben, und er will niemanden zwingen, sondern nur die Richtung weisen, einladen und raten".(4) Ein weiteres Erziehungskriterium ist die Art und Weise des Umgangs mit den anvertrauten Menschen: "Ich bitte euch eindringlich, strengt euch an, sie mit Liebe und mit sanfter und behutsamer Hand zu führen, nicht gebieterisch, nicht mit Härte, sondern seid in allem wohlwollend."(10) Im Jahre 1566 wurde der Kardinal von Mailand, Carl Borromäus, auf die Gesellschaft der hl. Ursula aufmerksam. Da ihm die religiöse Verwahrlosung der Jugendlichen Sorgen bereitete, richtete er Sonntagsschulen ein, um die Jugendlichen in der christlichen Lehre zu unterweisen. Dabei zog er immer mehr Schwestern aus der Gesellschaft der hl. Ursula in seinen Dienst, da diese nicht - wie die Ordensfrauen - an eine Klausur gebunden waren. Neben der Unterweisung in der christlichen Lehre lernten die Kinder Italienisch und Lateinisch lesen. Damit war ein bedeutender Schritt in Richtung Alphabetisierung getan.(11) Dem Wunsch der Schwestern, in Gemeinschaft und Zurückgezogenheit leben zu wollen, gab Borromäus nur zögernd nach und verfasste eine Regel im Anschluss an die Regel der hl. Angela. "Das Besondere der Mailänder Regel bestand darin, dass die Unterweisung in der christlichen Lehre für jede Ursuline zur Verpflichtung wurde".(12) Somit wurde das Apostolat der christlichen Unterweisung die Hauptaufgabe der Ursulinen. Die Umwandlung der Gesellschaft der hl. Ursula in einen Orden vollzog sich in Frankreich, wohin sich die Gesellschaft schnell ausgebreitet hatte. Für die Umwandlung gab es mehrere Gründe: Einerseits spielte das Bedürfnis der Ursulinen, kirchlich und gesellschaftlich anerkannt zu sein, eine Rolle. Andererseits folgte im 17. Jahrhundert eine Phase, die von Mystik und Verinnerlichung geprägt war. Dieser Trend spiegelte sich in der Umwandlung der Ursulinen in einen monastischen Orden wider. In Bordeaux gründete Kardinal Franz von Sourdis nach dem Vorbild des Carl Borromäus 1606 eine Gemeinschaft der Ursulinen. Er hatte sich der Umwandlung in einen monastischen Orden lange widersetzt, bis er sich durch die gesellschaftlichen Verhältnisse gezwungen sah, die Umwandlung zu beantragen, die dann im Februar 1618 erfolgte. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war die Transformation fast aller Ursulinengründungen in monastische Orden vollzogen. "In Frankreich [...] führte die Umwandlung der Klöster in Monasterien bei gleichzeitiger Betätigung des Apostolats zu einer unglaublich schnellen, bald auch die Landesgrenzen und den Kontinent überschreitenden Ausbreitung des Ordens."(13) Da die Ursulinen sich nunmehr an die Klausurbestimmungen halten mussten, fand der Unterricht in ihren Häusern statt. Somit entstanden die Ursulinenschulen, und jede Neugründung war mit einer Mädchenschule und einem Pensionat verbunden. "Trotz monastischer Transformation und trotz Klausur wurden die Ursulinen zu dem weiblichen Schulorden schlechthin. Die von Angela Merici grundgelegte Offenheit für die ‚Welt' konnte durch die Klausurvorschriften nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt werden."(14) Die Unterrichtstätigkeit der Ursulinen bezog sich auf zwei Schultypen: die Elementarschule und die höhere Töchterschule, die mit einem Pensionat verbunden war. Die religiöse Unterweisung war die Grundlage für den gesamten Unterricht. In den Elementarschulen, die Mädchen aus allen Schichten der Bevölkerung kostenlos besuchten, wurden Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben, Rechnen, später in Geographie, Geschichte und Naturkunde vermittelt; ferner erhielten sie eine handwerkliche Ausbildung in Textilverarbeitung. In den höheren Töchterschulen, an denen Mädchen vornehmlich aus dem Adel und dem Stadtbürgertum unterrichtet wurden und die im Pensionat der Schwestern wohnten, kamen über die Elementarkenntnisse hinaus u.a. Fremdsprachen (Latein, Französisch, Englisch, Holländisch), Welt- und Kirchengeschichte, Zeichnen, Musik und feine Handarbeiten wie Goldstickerei hinzu. Man legte Wert auf wissenschaftliche Bildung; trotzdem schienen "wissenschaftliche Kenntnisse weniger wichtig als Frömmigkeit, gute Umgangsformen und die Fähigkeit zur ‚gebildeten' Konversation".(15) Die Französische Revolution und die damit verbundene Säkularisierung wirkte sich katastrophal auf das Leben und die Arbeit der Ursulinen aus. In Frankreich, wo etwa 10 000 Schwestern in rund 350 Klöstern lebten, wurden sämtliche Gemeinschaften aufgelöst. In Deutschland erfuhr die Säkularisierung ihren Höhepunkt mit dem Reichsdeputationshaupt-schluss (1803). Fast alle geistlichen Einrichtungen, darunter auch Klöster, wurden aufgelöst und enteignet. Die Ursulinen hatten als Erziehungsorden etwas bessere Aussichten. Der traditionelle Unterricht auf christlicher Grundlage wurde verboten und statt dessen ein ‚republikanischer' gefordert. Doch scheiterte die Durchführung am Fehlen qualifizierter Lehrerinnen. Die deutschen Ursulinen verloren zwar ihr Vermögen und wurden unter staatliche Aufsicht gestellt, konnten aber die Schulen, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, weiter führen. Das Schulwesen wurde nach französischen Grundsätzen geregelt, nach denen die Schülerinnen in einer "bürgerlichen und republikanischen Sittenlehre unterwiesen wurden".(16) Je nach Einstellung der jeweiligen Herrscher erlitten die Ursulinen unterschiedliche Einbußen. Die meisten Häuser (z.B. auch Dorsten) erhielten das Verbot, Novizinnen aufzunehmen, und die Schwestern durften kein nach außen hin sichtbares Ordensleben führen, konnten aber die als ‚nützlich' anerkannten Schulen weiterführen. Aufschlussreich für das Frauenbild der ‚vernünftigen' und ‚aufgeklärten' Schulreformer ist die Vermittlung typisch weiblicher Bildung in Form von Hauswirtschaft und Arbeitsamkeit sowie Französischkenntnisse. Ferner wurde das humanistische Bildungsideal zunehmend prägend, und man förderte eine qualifizierte pädagogische Ausbildung für Lehrer und Lehrerinnen. Die Lehrerinnen an den Ursulinenschulen erhielten eine eigene Ausbildung und legten staatliche Prüfungen ab. Als den Ursulinen auf dem Höhepunkt der Säkularisation um 1800 verboten wurde, weitere Schwestern aufzunehmen, was in der Folgezeit schrittweise zurückgenommen wurde, drohte den Klöstern ein Aussterben durch überalterung, zumal es auch nicht mehr dem Zeitgeist entsprach, in einen Orden einzutreten. Die Heiligsprechung Angela Mericis 1807 erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem sich die katholische Kirche einer Neuorientierung unterzog. Es setzte eine Restauration des Katholischen ein, das ein neues Selbstverständnis und ein Gemeinschaftsgefühl zur Folge hatte. In der Folgezeit (etwa nach 1850) führte die Neubelebung zu einer Fülle von Neugründungen, u.a. von Ursulinenklöstern. Der Restauration setzte sich eine konservative Strömung entgegen, die im Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) einen Höhepunkt fand. Ein Beispiel für den konservativen Geist ist das Dekret, mit dem Papst Pius IX. 1861 die Feier des Festtages der hl. Angela für die ganze Kirche verpflichtend machte. Das Fest wurde eingeführt, "damit der Herr sich würdige, das weibliche Geschlecht rein zu bewahren vor den Irrtümern und der sittlichen Fäulnis unserer Zeit".(17) Die Neubelebung der katholischen Kirche wurde nach der Reichsgründung in Deutschland durch den Kulturkampf erheblich gestört. Wie der Arbeit vieler katholischer Amtsträger wurde auch dem Wirken der Ursulinen durch die Auflösung aller Orden ein rigoroses Ende gesetzt (1875). Die Ursulinenschulen wurden an weltliche Lehrerinnen übergeben und der öffentlichen Verwaltung unterstellt. Die meisten Schwestern emigrierten ins Ausland; so auch die Dorstener Ursulinen in das holländische Weert. Als Papst Leo XIII. die Nachfolge des als reaktionär geltenden Papstes Pius IX. übernahm und Bismarck innenpolitisch unter Druck geriet, wurde von beiden Seiten eine Vereinbarung getroffen, die 1887 zum Ende des Kulturkampfes führte. Die meisten Orden wurden wieder zugelassen (die Dorstener Ursulinen kehrten 1888 zurück.); allerdings blieb die staatliche Schulaufsicht bestehen. Eine der Folgen war, dass die Elementarschulen der Ursulinen an Bedeutung verloren und ihre Unterrichtstätigkeit sich auf die höheren Töchterschulen mit ihren Pensionaten konzentrierte. An dem reformerischen Aufbruch der Schulen in der Folgezeit beteiligten sich auch die Ursulinen. Sie bemühten sich um eine vertiefte pädagogische Ausbildung ihrer Lehrerinnen und richteten bald staatlich anerkannte Lehrerinnenseminare ein. Das Schulsystem wurde weiter ausgebaut: Es umfasste sowohl die höheren Schulen wie das Oberlyzeum, das mit dem Abitur abschloss, als auch die praktisch ausgerichteten Zweige wie die Haushaltungs- und Frauenschule, Seminare für Kindergärtnerinnen, Handelsschulen und seit den dreißiger Jahren auch Mittelschulen. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Hauptziel der Ursulinen, den Schulunterricht aufrecht zu erhalten. Die Zeit ist als "die Geschichte einer Gratwanderung zwischen Anpassung, Selbstbehauptung und Widerstand"(18) beschrieben. Der Hitlergruß zu Beginn des Unterrichts, die Einhaltung nationaler Feiertage u.a. empfand man als äußerlichkeiten, die den Freiraum für die christlich-pädagogischen Ziele nicht berührten. Um die Schulen vor einer Schließung zu bewahren, passten sich die Ursulinen widerstrebend den Inhalten des Lehrplanes an. Im Laufe der Zeit erkannte man zunehmend die Feindseligkeit der Nationalsozialisten und den Widerspruch zwischen Christentum und nationalsozialistischer Ideologie. 1938 zeigten sich die antikirchlichen Tendenzen, als ein Verbot des Privatschulbesuches für Beamtenkinder erlassen wurde, dem 1939 eine Verfügung folgte, nach der alle Privatschulen in öffentliche Schulen umgewandelt werden sollten. - Anfang der vierziger Jahre wurden die meisten Schulen verstaatlicht (u.a. in Dorsten). Nur wenige Pensionate konnten bestehen bleiben. In der Nachkriegszeit standen die Ursulinen wieder einmal vor einem neuen Anfang. Da die Schwestern für die Besatzungsmächte unverdächtig waren und ein hoher Bedarf an Schulen bestand, konnten sie in den westlichen Besatzungszonen wieder mit dem Aufbau von Schule und Unterricht beginnen. Es zeigte sich ein neuer Trend: die Demokratisierung der Schule durch Mitspracherecht von Schülern und Eltern und die Schülerselbstverwaltung. Neben dem allgemeinen inneren und äußeren Wiederaufbau setzte ein Aufbruch innerhalb der katholischen Kirche ein, dessen Höhepunkt das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) bildete. Die mit dem Konzil angebahnte Reform des Ordenswesens brachte für den Ursulinenorden erhebliche Veränderungen. Ein bedeutender Punkt in dem neuen Selbstverständnis der Ursulinen wurde der Grundsatz, dass das Ordensleben nicht ‚Weltflucht', sondern ‚Leben mit der Welt in Christus' bedeuten solle. Dieser Grundsatz erinnert an Angela Mericis ursprüngliche Absicht, ‚mitten in der Welt' zu leben und zu wirken. Seit den sechziger Jahren sahen sich die Ursulinen vor neue Aufgaben gestellt. Sie waren stark beteiligt an dem Ausbau des Schulsystems; am Gymnasium St. Ursula in Dorsten wurden die ersten neuen pädagogischen Modelle erprobt, die ‚reformierte Oberstufe' und die Koedukation von Mädchen und Jungen eingeführt. Die Erziehungsidee in ursulinischer Tradition und im Sinne Angela Mericis, die ihre Hoffnung auf den Christen ‚mitten in der Welt setzte', lebt und wird fortleben.
    Die Ausführungen zum Rückbezug des Schulprogramms gehen zurück auf die Arbeit des Lehrer-/ Eltern-Arbeitskreises "ursulinische Erziehung".

    (7)Anne Conrad, Folgt dem Geist! Angelas Charisma und ursulinische Identität am Beginn des dritten Jahrtausends (Manuskript), Vortrag in Königstein am 18. 11. 2000.
    (8)Ebd.
    (9) Angela Merici, Regel, Riordi, Legati, a.a.O., S. 46.
    (10)Ebd., S. 45
    (11)Vgl. Sr. Johanna Eichmann, Die Erziehungsweisheit der hl. Angela Merici, Gründerin der Gesellschaft der hl. Ursula, und das erzieherische Wirken der Ursulinen, in: 450 Jahre Ursulinen, hg. v. der Föderation deutsch- sprachiger Ursulinen, Münsterschwarzach Abtei 1985, S. 36f..
    (12)Sr. Johanna Eichmann, Angela Merici und die Entwicklung ihres Werks von der Laienbewegung zum Orden, in: 50 Jahre Ursulinen, a.a.O., S. 45.
    (13)Ebd., S. 52.
    (14)Anne Conrad, Mit Klugheit, Mut und Zuversicht. Angela Merici und die Ursulinen, Mainz 1994, S. 98.
    (15)Ebd., S. 109.
    (16)Ebd., S. 112.
    (17)Ebd., S. 120.
    (18)Ebd., S. 127.

     

  7. Übersicht über die pädagogische Orientierung
  8. Dieser Abschnitt steht als pdf-Datei zur Verfügung.

     

  9. Besonderheiten der Erprobungsstufe
  10. Aufnahmevoraussetzungen

    Das Gymnasium St. Ursula ist eine Angebotsschule, d.h. dass diese Schule im Rahmen der Pluralität des deutschen Bildungswesens ein besonderes Angebot macht. Zu den Besonderheiten unserer Schule gehört es daher auch, dass hier das Recht auf freie Lehrer- und auch Schülerwahl gilt. Die Frage der Aufnahme eines Kindes auf unsere Schule ist eine wichtige Entscheidung für uns, die wir sehr ernst nehmen. Das Gymnasium als eine der Schulformen in unserem mehrgliedrigen System in Deutschland ist die Schule mit dem höchsten formalen Anspruch an die Schülerinnen und Schüler, da dieser Bildungsgang zum Abitur und zur Studierfähigkeit führen soll. Tatsächlich verlässt nur ein unwesentlicher Prozentsatz unserer Schülerschaft nach der 10. Klasse die Schule, um eine Berufsausbildung zu beginnen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung wissen wir, wie wichtig es ist, ein Kind nicht zu überfordern und damit einem fortgesetzten Stress auszusetzen, weil es etwa den eigenen Erwartungen, aber auch den Erwartungen der Eltern nicht entspricht. Damit die Entscheidung für die Schule überzeugt getroffen werden kann, führen wir daher mit jedem Kind ein Gespräch, das die Motivation des Kindes, seine Einstellung zum Lernen, seine Interessen und Hobbys deutlich macht. Zur Orientierungshilfe für interessierte Eltern führen wir hier die Qualifikationen an, die unserer überzeugung nach zum Besuch eines Gymnasiums wichtig sind:

    • eine rasche Auffassungsgabe
    • Freude am Lernen und Entdecken und Spass an der Erarbeitung neuer Sachverhalte
    • Konzentrationsfähigigkeit über einen Zeitraum von mehr als 15-20 Minuten
    • selbständiges Arbeiten ohne regelmäßige Hilfe oder dauerhafte Ermahnungen
    • die Fähigkeit, neue Sachverhalte in größere Zusammenhänge zu stellen und nach Ursachen und Begründungen zu fragen;
    • gewisse Leistungserfolge in der Grundschule
    • die Bestätigung durch die Grundschule, dass Eignung für den Besuch des Gymnasiums vorliegt
    Als christliche Schule sind wir eine Angebotsschule, die ihre besondere Orientierung aus dem Evangelium und dem Leben Angela Mericis ableitet. Es ist uns daher wichtig, dass Eltern unsere Erziehungsziele im Sinne der Präambel mittragen. Wir nehmen katholische und evangelische Schüler auf, in begründeten Fällen auch Schüler anderer Konfessionen, Religionen oder Konfessionslose.

     

    besondere pädagogische Maßnahmen

    Unsere Sorgfalt für die Schüler zeigt sich in:

    • der besonderen Berücksichtigung der Klassenzusammensetzungen
    • der Auswahl erfahrener Klassenlehrer/innen
    • der besonderen Gestaltung des Kennenlern-Tages vor Beginn des neuen Schuljahres
    • der pädagogische Betreuung der Schüler der Erprobungsstufe
    • regelmäßigen Konferenzen mit den ehemaligen Lehrern der Grundschulen
    • besonderen AG-Angeboten für die Unterstufe
    • besonderen Veranstaltungen mit den Paten (ausgebildete Streitschlichter-Paten aus der Sek.II)
    • der kontinuierlichen Beratung hinsichtlich der Schullaufbahn und eines möglichen Wechsels in eine andere Schulform
    • der Einführung in den Umgang mit Medien
    • Freiarbeit als alternative selbstbestimmte Form des Lernens
    • der Einführung des Unterrichtskonzepts: "Erwachsen werden"
    • der Arbeit eines Eltern-Lehrer-Arbeitskreises zu den Besonderheiten der Erprobungsstufe

     

    Pädagogisches Konzept „Erwachsen werden“

    Abgeleitet aus der Präambel ergibt sich für unsere Schule ein Wertesystem, das geprägt ist aus der individuellen Entfaltung des Einzelnen in sozialer Verantwortung. Die Achtung vor einander und die Fürsorge für einander sind wichtige Grundlage für das Zusammenleben und Arbeiten in der Schule, aber auch im weiteren Leben. Zur Ich-Stärkung der Persönlichkeit unter dem Aspekt der gleichzeitigen Rücksichtnahme auf andere und im Rahmen der Prävention von Ess-, Drogen und Alkoholproblemen wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Lions Quest Programm das Unterrichtskonzept "Erwachsen werden" für die Jahrgangsstufen 5-10 einführen. In den unteren Jahrgangsstufen wird das Konzept durch den Klassenlehrer systematisch eingeführt, im weiteren Verlauf der Schullaufbahn durch Projekttage.

     

  11. Besonderheiten der differenzierten Mittelstufe
  12. Sprachenfolge:

    Klasse 5: Englisch
    Klasse 7: Französisch bzw. Latein
    Klasse 9: Französisch, Latein oder ein weiteres Fach

     

    Angebote im Wahlpflichtbereich II:

    1. Fremdsprachlicher Schwerpunkt: 3. Fremdsprache
      • Französisch als 3. Fremdsprache
      • Latein als 3. Fremdsprache
    2. Mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Schwerpunkt:
      • Computergestützte Mathematik
      • Computergestützte Physik und Technik
    3. Gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt:
      • Geschichte und Sozialwissenschaften
    4. Schwerpunktübergreifendes Angebot:
      • Geoökologie und Chemie

    Der Unterricht im Wahlpflichtbereich II erfolgt für den fremdsprachlichen Schwerpunkt vierstündig und für die übrigen Fachbereiche dreistündig.

     

    Pädagogische Angebote

    Aufgrund der Tatsache, dass die Stelle des Koordinators für die pädagogische Arbeit in der Sekundarstufe erst vor kurzem neu besetzt wurde, können hier nur einige wenige Fixpunkte erwähnt werden , weitere Akzentuierungen erfolgen in der Benennung als gewünscht:
    Jahrg. 8: Gemeinsame Klassenfahrt der Jahrgangsstufe 8 als Aktiv-Klassenfahrt mit gemeinsamem Programm
    Jahrg. 9: Tage religiöser Orientierung: Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Fragen der eigenen religiösen Einstellung, Begegnung mit dem eigenen Ich, Förderung der Kommunikationsstruktur in den einzelnen Klassen.
    Angestrebt ist eine intensivere Informations- und Präventionsarbeit bezüglich der Themen:

    • Gewalt, Deeskalation und Selbstbehauptung
    • Gesundheitspflege
    • Drogen
    • Essgewohnheiten

     

    Compassion - Projekt

    Compassion – Ursprung des Projekts
    Compassion ist die Haltung der "Mitleidenschaft". Compassion beschreibt somit eine Haltung, die in einer sich entsolidarisierenden Gesellschaft zu schwinden scheint: Die aus welchen Gründen auch immer schwierige Situation eines anderen Menschen lässt mich nicht gleichgültig, sondern sie fordert mich zum Handeln heraus. Die Initiatoren des Compassion-Projektes, eine Arbeitsgruppe bei der Deutschen Bischofskonferenz unter Federführung von Dr. Adolf Weisbrod, sehen in der Bildung sozialer Sensibilität und sozialverpflichteter Haltungen eine Aufgabe, der sich unsere Schulen stellen müssen. Solidarität, mitmenschliches Handeln, ethisches Lernen und Erlebnisbezogenheit sind wichtige Stichworte der Zielvorgabe. Die Sozialpraktika, welche die Schüler/innen in Altersheimen, Behinderteneinrichtungen, Flüchtlingsheimen, Krankenhäusern, Kindergärten oder anderen sozialen Einrichtungen absolvieren, werden dabei über längere Zeit und in verschiedenen Fächern unterrichtlich begleitet. Diese enge Verbindung von Praktikum und Unterricht ist entscheidend für die nachhaltige Wirkung des Projektes. Dieses Praktikum wird an den Stiftungsschulen in der Regel im 11. Schuljahr durchgeführt. Inzwischen übernehmen auch staatliche Schulen dieses Projekt.
    http://www.schulstiftung-freiburg.de/compas16.htm
    Johann Baptist Metz (Dt. Allgem. Sonntagsblatt 2000): „Jesu erster Blick galt nicht der Sünde der anderen, sondern dem Leid der anderen. Die Sünde war ihm vor allem Verweigerung der Teilnahme am Leid der anderen, war ihm Weigerung, über den Horizont der eigenen Leidensgeschichte hinauszudenken ... Immer wieder habe ich versucht, ein überzeugendes deutsches Wort für die elementare Leidempfindlichkeit der christlichen Botschaft zu finden. "Mitleid" verweist zu sehr in die reine Gefühlswelt, klingt allemal privatisierend, und auch das Fremdwort "Empathie" klingt mir zu unpolitisch und zu unsozial. So bleibe ich bei dem Wort, mit dem ich bei nicht deutschsprachigen Zuhörern weniger Schwierigkeiten hatte, bei "Compassion". Diese gerechtigkeitssuchende Compassion ist das Schlüsselwort für das Weltprogramm des Christentums im Zeitalter der Globalisierung. Sie ist in meinen Augen die biblische Mitgift für den europäischen Geist, so wie die theoretische Neugierde die griechische Mitgift und das Rechtsdenken die römische Mitgift für Europa ist ...“
    COMPASSION - wichtige Charakteristika:
    - „Mitleidensfähigkeit“ – eine innere Wert-Haltung
    - Zuwendung zu Hilfebedürftigen und Ausgegrenzten
    - Entwicklung von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft
    - Solidarität und Nächstenliebe
    - Einfühlungsvermögen und soziale Sensibilisierung
    Die pädagogische Dimension des COMPASSION-Projektes
    Das Projekt „COMPASSION“ bietet die Chance:
    - die Bedeutung des eigenen helfenden / diakonischen / caritativen Verhaltens kennen zu lernen,
    - wichtige Werteinstellungen zu entwickeln und zu einem veränderten gesellschaftlichen Engagement zu kommen,
    - den Blickwinkel für andere Lebensbereiche (u.a. die Situation von kranken und alten Menschen) zu erweitern,
    - eine Hilfe zur Wertorientierung und Persönlichkeitsentwicklung zu sein.
    * Kinder und Jugendliche haben zunehmend Probleme ein eigenes Wertempfinden zu entwickeln
    * Schule muss neben der Wissensvermittlung auch Hilfe zur Selbstentwicklung/Wertentwicklung leisten (Stärkung des Erziehungsauftrages)
    * Der klassisch erziehende Unterricht allein reicht nicht mehr aus, der Unterricht ist zu abstrakt und praxisfern
    * Fachliche Einsichten und Kenntnisse sollten mit eigenem Lebens- und Erfahrungsunterricht verbunden werden
    * Compassion will erziehenden Unterricht auf die soziale Dimension des Handelnden konzentrieren
    * Mitmenschlichkeit soll als Wert erlebt werden, soziale Einstellung und Handlungen sollen ausgeprägt werden
    Warum ein solches Projekt? Analyse und Ziele:
    Die Gesellschaft hat sich deutlich verändert:
    * Zunahme der Individualisierung
    * Wertewandel (Dominanz der Selbstentfaltungswerte)
    * Pluralisierung der Lebensstile (Vielfalt an Werten und Normen)
    * Veränderung familiärer Strukturen (kleine Familien, Freizeitorientierung)
    Ziele:
    - Das soziale Lernen rückt stärker in den Vordergrund; damit soll der Tendenz zur Individualisierung und Entsolidarisierung entgegengewirkt werden;
    - Die Schülerinnen und Schüler sollen notwendige soziale Einsichten und Verhaltensweisen entwickeln;
    - Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, was gelebte Nächstenliebe positiv bewirken kann und wie wichtig dabei auch ihr Handeln ist;
    - Die Schüler erleben die Probleme Hilfebedürftiger / benachteiligter Menschen in unserer Gesellschaft, können sich leichter in die Lebensweise dieser Menschen eindenken und somit Mitgefühl entwickeln;
    - Die Schülerinnen und Schüler sollen die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit freiwilliger / ehrenamtlicher Mithilfe erfahren;
    - Der Zugang zu sozialen Unterrichtsthemen in den verschiedenen Fächern soll den Schülerinnen und Schülern deutlich erleichtert werden;
    - Das Praktikum kann auch ein Angebot zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung darstellen
    praktische Umsetzung: Einsatzbereiche der Praktikanten: - Alten- und Pflegeheime
    - Krankenhäuser
    - mobile Sozialdienste (Alten- und Krankenpflege)
    - integrativ arbeitende Kindergärten, Kinderhorte, Kinderheime
    - Bahnhofsmission, Beratungsstellen für wohnungslose Menschen,
    - Einrichtungen der Behindertenhilfe (Werkstätten, Wohnungen, Schulen für Menschen mit Behinderungen)
    - Malteser-Hilfsdienst, Johanniter-Hilfsdienst
    - Gemeindecaritas / gemeindliche Diakonie
    - und vieles mehr!

     

  13. Besonderheiten der differenzierten Oberstufe
  14. Fächerangebot

    Innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Regelungen verfolgt unser Gymnasium das Ziel, den Schülern/innen ein möglichst breites Angebot an Fächern zur Wahl anzubieten. Durch die gegenwärtige gesetzliche Verpflichtung der Wahl zweier Fremdsprachen oder zweier Naturwissenschaften bei der gleichzeitigen Verpflichtung, die drei Aufgabenfelder: sprachlich-literarisch-künstlerisch, mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch, gesellschaftswissenschaftlich im Abitur abzudecken, ist die Weiterführung des Faches Religion in der Jahrgangsstufe 13 entgegen der grundsätzlichen pädagogischen Ausrichtung unserer Schule nicht für alle Schüler/innen möglich. Es besteht eine jahrzehntelange Kooperation mit dem Gymnasium Petrinum, so dass bestimmte Fächerwahlen für die Schüler beider Schulen angeboten werden können, die eine einzelne Schule aufgrund der kleinen Kursgröße nicht anbieten könnte.

     

    Berufspraktikum

    Das jährlich nunmehr in Klasse 11 stattfindende Praktikum soll den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, Einblick zu nehmen in die Wirtschafts- und Arbeitswelt und eigene Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Unterricht zu ergänzen und zu vertiefen, aber auch erste Möglichkeiten der beruflichen Orientierung wahrzunehmen. Die Vorbereitung auf das Praktikum findet im Unterricht verschiedener Fächer statt.
    Die Termine werden in Koordination mit den anderen Dorstener Schulen festgelegt Es sollen in der Regel nicht mehrere Schulen zur gleichen Zeit Praktika durchführen, damit eine möglichst große Auswahl von Betrieben gewährleistet bleibt. Auf diese Weise müssen manchmal Termine in Kauf genommen werden, die vielleicht auf den ersten Blick nicht optimal erscheinen.
    Die Schüler sollen sich möglichst selbst um einen Praktikumplatz zu bemühen.
    Die Praktikumbetriebe sollten so gewählt werden, dass sie vom Wohnsitz aus zumutbar erreicht werden können. Bis zu einer Entfernung von 25 km ab der Schule trägt der Schulträger die Fahrtkosten, soweit der Betrieb weiter als 5 km vom Wohnort entfernt liegt.
    Den Schülern kann eine Liste von Betrieben zur Verfügung gestellt werden, die in den letzten Jahren bereit waren, Praktikanten / Praktikantinnen aufzunehmen. Sollten sich Schwierigkeiten bei der Beschaffung eines Praktikumplatzes ergeben, so veranlassen Sie bitte Ihren Sohn / Ihre Tochter, dies der Schule mitzuteilen. Die Schule wird dann versuchen, bei der Beschaffung eines Praktikumplatzes behilflich zu sein.
    Das Schülerbetriebspraktikum ist eine schulische Veranstaltung. Die Schüler sind auf dem Weg und während der Arbeitszeit unfall- und haftpflichtversichert. Die Arbeitszeit während des Praktikums beträgt - ohne Pausen - 7 Std./Tag. Sie soll 35 Wochenstunden nicht überschreiten. Im übrigen gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Das Praktikum stellt weder ein Ausbildungs- noch ein Beschäftigungsverhältnis dar. Somit entfällt ein Anspruch auf eine finanzielle Vergütung. Während des Praktikums werden die Schüler von einem betrieblichen Betreuer betreut, ebenso wie von einem Lehrer unserer Schule.
    Die im Praktikum gewonnen Erfahrungen werden in einer Praktikumsmappe nach bestimmten Aufgabenstellungen dargestellt. Die Mappe dient auch zur Nachbereitung individueller Art bzw. der Nachbereitung in einer größeren Gruppe etwa in Form einer Ausstellung.
    Diese Informationen sind den Informationen für das diesjährige Praktikum an unserer Schule entnommen, zusammengestellt von der Koordinatorin für das Betriebspraktikum.

     

    Stufenleiter- und Tutandensystem

    Durch die Auflösung des Klassenverbandes entfällt in der Oberstufe naturgemäß die besondere Betreuung von Lerngruppen durch einen Klassenlehrer. Die Fortführung dieser pädagogischen Aufgabe übernimmt neben (den Fachlehrern) der Jahrgangsstufenleiter. Dieser berät die Schüler hinsichtlich ihrer Kurswahlen und der möglichen Abschlüsse. Dabei bleibt der Stufenleiter über die gesamte Dauer der Oberstufe der Ansprechpartner für die Schüler einer Jahrgangsstufe. Diese Kontinuität ist besonders wichtig, da der Ausbildungsgang und die Abiturprüfungsordnung sehr komplexe Sachverhalte beinhalten.
    Zusammen mit dem Oberstufenkoordinator bilden die Stufenleiter ein Team. Der Oberstufenkoordinator ist letzt verantwortlich für die vielfältige Beratungsarbeit und die gesamte Organisation der Sekundarstufe II.
    Darüber hinaus kann jeder Schüler einen Tutor wählen, das heißt einen Lehrer des Vertrauens, an die man sich im Falle eines schulischen zumeist auch privaten Problems mit der Bitte um Hilfestellung wenden kann. Darüber hinaus finden Tutandentreffen statt, auf denen neben der gewünschten lockeren Atmosphäre auch ernstere Belange angesprochen werden können.

     

  15. Gottesdienst, Feste und spirituelle Angebote
  16. Die Auseinandersetzung mit christlichen Werten ist ein wesentliches Element unseres pädagogischen Grundkonsenses, daraus ergibt sich auch die verpflichtende Teilnahme am Religionsunterricht bis einschließlich der Jahrgangsstufe 12. Um die Auseinandersetzung mit den christlichen Werten weiter zu vertiefen, bieten wir monatliche Gottesdienste für alle Jahrgangsstufen an, die von Schülern mit ihren Religionslehrern vorbereitet werden. Gottesdienste - konfessionell oder ökumenisch- finden auch zu besonderen Anlässen des Kirchenjahres statt, ebenso zum Schuljahresbeginn und -ende.
    Darüber hinaus halten wir spontane Veranstaltungen wie etwa Pausenbesinnungen zu aktuellen Krisen in der Welt für wichtig, da es für viele der Lehrer und Schüler die einzige Möglichkeit ist, gemeinsam zu meditieren, zu trauern, aber auch gegen Gewalt zu protestieren und Solidarität zu üben. Tage religiöser Orientierung in der Jahrgangsstufe 9 bieten die Möglichkeit der eingehenden Auseinandersetzung mit anthropologischen, philosophischen und religiösen Fragestellungen in einer Umgebung außerhalb von Schule, so dass hier bestimmte Gruppenprozesse und Ich-Findungsprozesse gerade jenseits von Beobachtung und Bewertung durch die Lehrenden ablaufen können. Diese Tage werden in Bildungshäusern durchgeführt und bieten abends Raum für weitere Vertiefung bzw. lockerem Zusammensein im Klassenverband.
    Die große Resonanz auf die verschiedenen Feiern im Rahmen unseres Jubiläums (1999) haben gezeigt, dass Festtage ein wichtiger Bestandteil von Schule sind. Fernab von der Routine des Schulalltags werden dabei Möglichkeiten der Begegnung geschaffen, eines anderen Kennen Lernens. Wir haben in der letzten Zeit häufig die Rückmeldung bekommen, dass Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen sich häufigere Feiern wünschen. Neben der festen Institutionalisierung von Ehemaligentreffen (jeweils am letzten Samstag im September), sollten auch Eltern-Lehrer-Feste und Schulfeste in einem regelmäßigen Rhythmus stattfinden.
    Darüber hinaus sind schulinterne Festtage an St. Ursula besonders wichtig. Im Gegensatz zu öffentlichen Schulen weisen gerade sie das Plus unserer Schule auf, da diese sich über die üblichen Anforderungen hinaus dem christlichen Erziehungsauftrag in besonderer Weise verpflichtet fühlt. Namenstage wie die der Hl. Ursula oder der Hl. Angela machen deutlich, dass Menschen es gewagt haben, für ihre überzeugungen persönliche Einschränkungen zu erfahren, Opfer zu bringen bis hin zum Tod. Unsere Aktion "Blick über den Tellerrand - Solidaritätsprojekt Kambodscha" ist aus solch einem Namensfest und der Rückbesinnung auf christliche Solidarität im Jahr 1997 entstanden.
    Schüler und Lehrer können diese Tage als Innehalten im Schulalltag erfahren und damit als Möglichkeit der besonderen Reflexion ihrer eigenen Lebensrealität und der Lebensrealität anderer Menschen in der Welt. Auch andere Projekte etwa der Umwelt-AG können Mittelpunkt jährlicher Feiern sein. (z.B. Ursula-Fest 1999).
    Im Jahr 2000 besuchten wir am Ursulatag mit fast 400 Schülern der Oberstufe die EXPO, während die jüngeren Jahrgangsstufen ein Schulfest feierten. Aufgrund der geänderten Ferienregelung entfielen die Möglichkeit der besonderen Gestaltung des Ursula-Festes in den letzten Jahren, wir hoffen hier auf eine Rückführung der Ferienregelung auf den alten Modus.
    Neben inhaltlichen Fixpunkten könnten diese Tage auch Oasen der Spiritualität im Schulalltag sein. Das Dasein von Schüler häufig geprägt von "rastloser" Sinnsuche, das berufliche Tun von Pädagogen ist in hohem Maße gekennzeichnet durch ein "Geben" eigener Kraft. Spiritualität als Quelle eigener geistiger Erneuerung könnte zu einer Bereicherung letztlich beider Gruppen werden. Es ist wichtig, diese Erfahrungen nicht nur zu festen Terminen anzubieten, die sich aus dem Kirchenjahr - z.B. Advent (hier besondere Gestaltung eines jeden Morgen durch Beiträge von Schülern und Lehrern - ergeben, sondern stärker etwa auch an bestimmten Eckdaten des Schuljahres - z.B. in Prüfungssituationen.

     

  17. Hinführung zur Medien- und Methodenkompetenz
  18. Medienkompetenz

    Haben bisher einzelne Lehrer in bestimmten Fächern die Computer bzw. weitere Medien benutzt, geht es uns bei der Medienerziehung um die systematische Hinführung zum Gebrauch dieser Medien.
    Zitat aus dem Info-Brief des Koordinators für Medienerziehung an die Eltern der 5.-Klässler:
    "Die "Neuen Medien" nehmen in unserem Alltag eine immer größer werdende Bedeutung ein, Computer und Internetanschluss sind mittlerweile in vielen Familien vorhanden, häufig auch schon im Kinderzimmer. Wahrscheinlich haben ihre Kinder den Computer zunächst als ein "Spielgerät" kennen und nutzen ge lernt. Wir sehen es als eine unserer Aufgaben an, ihren Kindern auch die Möglichkeit zu geben, den Einsatz des Computers im schulischen Alltag kennen zu lernen und einzuüben. Ziel der Medienbildung, hier speziell mit den "Neuen Medien", ist letztlich die Förderung von Medienkompetenz. Darunter versteht man zunächst einmal etwas Praktisches, nämlich die Fähigkeit, für verschiedene Verwendungszwecke jeweils geeignete Medien auszuwählen und zu nutzen aber auch selbst Medien zu erstellen und zu verbreiten. Für die spätere berufliche Tätigkeit und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird in unserer stark von Medien geprägten Welt vor allem der kritische Umgang mit den zur Verfügung stehenden Medien immer wichtiger. Dazu benötigen wir Hintergrundwissen. Grundlegend ist deshalb die Beherrschung von Arbeitstechniken und Methoden zur Nutzung und Gestaltung von Medien. Bei der praktischen Arbeit mit den "Neuen Medien" sollen ihre Kinder lernen, mit den dafür erforderlichen technischen Systemen und Technologien sinnvoll umzugehen. In der Klasse 5 bietet sich daher zunächst eine Einführung in die Textverarbeitung an. Im Vordergrund steht dabei der sichere Umgang mit den wesentlichen Begriffen und Möglichkeiten eines Textverarbeitungsprogrammes. Dies soll nach einer kurzen Einführung anhand praktischer übungen erfolgen, die überwiegend in Teamarbeit durchzuführen sind. Am Ende steht dann ein einfaches Projekt, in dem die Schüler ihre erworbenen Kenntnisse umsetzen können. Diese Fähigkeiten sollen dann auch zunehmend in die anderen Unterrichtsfächer eingebracht und erweitert werden."

     

    Methodenkompetenz

    Hierbei geht es um die systematische Vermittlung von Arbeits- und Organisationstechniken, die im Unterricht, bei der Anfertigung von Hausaufgaben und nicht zuletzt zur Organisation rein praktischer Aufgaben hilfreich bzw. unerlässlich sind. Z.T. werden diese Arbeitstechniken im Unterricht selbst vermittelt, wie z.B. das Erlernen von Vokabeln im Fremdsprachenunterricht oder das Anfertigen von Referaten oder Projektarbeiten in allen Fächern. Die Erfahrung in einigen "Versuchsklassen" zeigt jedoch, dass eine systematische Hinführung bereits in den unteren Klassen wichtig ist. Dieser Bereich soll in den nächsten Jahren stärker erweitert werden, auch im Blick auf wissenschaftliches Arbeiten in der Oberstufe.

     

  19. (Hoch-)Begabtenförderung
  20. Information zusammengestellt im Eltern/Lehrer-Arbeitskreis mit der Koordinatorin für (Hoch-) Begabtenförderung an unserer Schule
    Zur Frage der "besonderen Begabung" (Hochbegabung) Die Wissenschaft versteht heute unter dem Begriff "Hochbegabung" in der Regel eine besonders hohe Ausprägung der allgemeinen Intelligenz in Form einer hocheffizienten Aufnahme und Verarbeitung von Informationen und einer außergewöhnlichen Denk- und Problemlösefähigkeit in sehr abstrakter Form. Der allgemeine messbare Richtwert für Hochbegabung liegt bei einem IQ von 130 und darüber. Wir gehen heute davon aus, dass etwa 2% der Bevölkerung in Deutschland hochbegabt sind, umgerechnet auf die Schülerzahl sind das rund 300.000 Kinder. Neben einer Gruppe mit einer allgemeinen intellektuellen Hochbegabung finden wir die große Gruppe von Kindern (ca. 1,5 Mio zwischen 3 und 18 Jahren) mit speziellen Begabungen, wie zum Beispiel musikalische, sportliche, mathematische, sprachliche, soziale, künstlerische, handwerkliche. Diese fallen im Schulalltag im Allgemeinen schneller auf.
    Bei den Schülerinnen und Schülern, die ihren Begabungen entsprechend individuell gefordert und gefördert werden sollen, können wir, wie die Praxis zeigt, im wesentlichen drei Gruppen von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen unterscheiden: Zum einen sind es die hochmotivierten Schülerinnen und Schüler mit hervorragenden Leistungen, dann die unauffälligen, ihre besonderen Begabungen zum Teil verbergenden Schüler (häufig Mädchen), zum anderen die Schüler mit schwachem Leistungsbild und eventuell weiteren auffälligen Verhaltensweisen, die sogenannten "underachiever".
    Förderung von Begabungen an unserer Schule Schule kann dabei behilflich sein, Fähigkeiten gemäß der Leistungskraft eines Kindes bzw. Jugendlichen zu erschließen und auszubauen, Interessen zu wecken und Neigungen und Begabungen zu entwickeln. Nicht nur die isolierte Ausbildung kognitiver Fähigkeiten, allen Begabungen soll angemessene Akzeptanz sowie Förderung eingeräumt werden, um die Freude an der selbsterbrachten Leistung zu erleben.
    Zur Zeit bietet die Schule folgende Ansätze und Möglichkeiten:
    - Freiarbeit in den 5. und 6. Klassen
    - 6. KI.: "Kreativtag" als "Markt der Möglichkeiten"
    - Teilnahme an schulinternen und nationalen Wettbewerben
    - 7. KI.: "Schnupperkurse Niederländisch"
    - 7. KI.: bisher als Perspektive angedacht: Möglichkeit zur gleichzeitigen Teilnahme am Latein- und Französischunterricht
    - Vorbereitung der Schüler (individuell oder in Gruppen) auf das "Springen" von 10/1 nach 11/2
    - Unterstützung des "Auslandsjahres" im 11. Jahrgang
    - Vorbereitung eines Selbstlernzentrums für die Arbeit an Projekten

     

  21. AG-Angebote: Möglichkeiten schulischen Lernens
  22. Das Gymnasium St. Ursula verpflichtet sich in seinen Fach-Curricula grundsätzlich der wissenschaftspropädeutischen Aufgabe des Gymnasiums an sich. Darüber hinaus ist ein breites Angebot an zusätzlichen Arbeitsgemeinschaften entstanden, das den Schülern die Möglichkeit gibt, sich entsprechend der individuellen Begabung und Neigung bestimmten Sachgebieten zuzuwenden. Das Gymnasium St. Ursula weiß sich einem pluralen Anspruch gegenüber verpflichtet und nimmt ihn auch über die AGs wahr:
    Bei den Arbeitsgemeinschaften lassen sich grob vier große Bereiche vornehmen, obwohl die Zuordnung letztlich nur grob vorzunehmen ist, z.B. erfüllt die Teilnahme an einer Theater-AG nicht nur den Zweck der Entfaltung der musischen Fähigkeiten, sondern verfolgt auch soziale Lernziele und fördert u.a. den motorischen Bereich.
    Einen Schwerpunkt setzt unser Gymnasium im musischen Bereich:
    Die Arbeit in Chor- und Orchester-AGs wie in Theater-Arbeitsgemeinschaften ist so fruchtbar, dass ihre Präsentation in jährlichen Aufführungen - auch aufgrund ihrer Professionalität - ein Magnet sowohl für die Schulöffentlichkeit wir für die Dorstener Bevölkerung ist.
    Ein weiterer Schwerpunkt der AGs entstammt dem sportlichen Bereich. Das ist insbesondere unter dem Aspekt wichtig, dass das Fach Sport in der kommenden Zeit gemäß den Richtlinien an unserem Gymnasium kein Abiturfach mehr sein kann, viele Schüler jedoch neben dem intellektuellen Anspruch des normalen Fächerkanons die sportliche Ertüchtigung und Herausforderung suchen. In diesem Zusammenhang sind wir stolz darauf, u.a. eine Fußball - AG speziell für Mädchen im Rahmen der Frauenförderung anzubieten. Die Mitglieder unserer Sport-AGs nehmen immer wieder erfolgreich an Wettkämpfen teil.
    Internet-AG, Schach und Fluggemeinschaft bieten weitere Möglichkeiten im Schwerpunkt der technischen und intellektuellen Betätigung. Die schuleigene Homepage wird von Schülern unter Begleitung eines Lehrers gestaltet und gewartet.
    Ein letzter Schwerpunkt ergibt sich direkt aus den Ausführungen der Präambel und liegt in der Erziehung zur Verantwortung für die Umwelt bzw. der Verantwortung Menschen gegenüber, die unter anderen Lebensbedingungen aufwachsen und leben müssen. Neben der Teich- und der Umwelt-AG ist 1997 das schuleigene Kambodscha-Projekt entstanden. Die übernahme der Verantwortung für Menschen außerhalb unseres Sozialmilieus soll unsere Schüler/innen befähigen, "den Blick über den eigenen Tellerrand" zu wagen und sich nachhaltig zu engagieren. Die Arbeit der Streitschlichter ist dagegen auf unsere Schule selbst bezogen und arbeitet damit an der Verwirklichung des in der Präambel formulierten Ziels, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen können.
    Auflistung der Arbeitsgemeinschaften im Schuljahr 2006/2007:

    Arbeitsgemeinschaften 2006/2007

    AG Leiter Klassen
    Badminton Hr. Südbeck 5 - 13
    Basketball Fr. Skuballa / Fr. Görg
    BG Dorsten
    9 - 13
    Foto Hr. Dr. Handschuh 8 - 13
    Fußball (Jungen) Hr. Busch 6 - 8
    Fußball (Jungen) Hr. Gehring 6 - 8
    Fußball (Mädchen) Hr. Schulz 5 - 13
    Gitarre Hr. Köhler 8 - 13
    Gottesdienst / Gospel Hr. Gehring 5 - 8
    Homepage Hr. Schlarmann 10 - 13
    Italienisch Fr. Fockenberg 11 - 13
    Kambodscha-Schulprojekt Fr. Pelz 5 - 13
    Oberstufenchor Hr. Karolak 10 - 13
    Orchester Fr. Jakob 5 - 13
    Schach Hr. Glenz 5 - 13
    Schülerzeitung Hr. Dorenkamp 5 - 13
    Schülerflug Hr. Dinges ab 14 Jahre
    Ski Hr. Schaffeld / Hr. Südbeck 6 - 7
    Streitschlichtung Fr. Kliem / Hr. Dinges / Hr. Spengler 6 - 8
    Theater Fr. Bartels / Fr. Hornung 5 - 6
    Theater Fr. Kleinefeld 7 - 9
    Theater Fr. Kleinefeld 10 - 13
    Tischtennis Hr. Dr. Biegel 5 - 13
    Umwelt Fr. Hüttermann 5 - 7
    Unter- und Mittelstufenchor Hr. Echelmeyer 5 - 9

     

    Teilnahme an schulinternen und nationalen Wettbewerben

    Die Teilnahme an schulinternen und nationalen Wettbewerben einzelner Schüler wie auch AGs oder Klassen auf allen Wissensgebieten, darüber hinaus sportlicher oder musischer Art wird ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Bei diesen Wettbewerben haben unsere Schüler/innen erfolgreich mitgewirkt und manche Anerkennung und Preis erzielt.

     

  23. SV-Arbeit
  24. Die Existenz einer Schülervertretung am St. Ursula Gymnasium wird gefordert und ermöglicht durch den Paragraphen 12 des Schulmitwirkungsgesetzes und den dazugehörenden SV-Erlass. Neben Lehrern und Eltern ist die SV hiermit zur 'dritten Kraft' in unserem Schulleben geworden. In diesem Gesetz werden zwei wichtige Aufgaben der SV definiert:
    "1. Vertretung der Interessen der Schüler bei der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit, 2. Förderung der fachlichen, kulturellen, sportlichen, politischen und sozialen Interessen der Schüler."
    Dabei soll die SV "schulpolitische Belange wahrnehmen", und bereits "von der fünften Klasse an sind die Schüler ... bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte zu beteiligen." (§ 12 SchMG)
    Um diese Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig auch ihre Rechte wahrzunehmen, hat sich die SV in St. Ursula eine eigene Satzung gegeben und eine eigene Struktur aufgebaut. Sie versucht, auf dieser theoretischen und praktischen Grundlage effektiv zu arbeiten und diese Arbeit jedem in St. Ursula einsichtig und nachvollziehbar zu machen. Dabei muss sich die SV, wenn sie Mitverantwortung für die Bildungspolitik tragen will, im Spannungsfeld zwischen (Bildungs-)Politik und Schule zurechtfinden und den jeweiligen Zeitgeist auch in ihrer Arbeit berücksichtigen. Die konkrete Verwirklichung bzw. Umsetzung zumeist guter Ideen oder Pläne bildet dabei die große Herausforderung der SV-Arbeit. Auch wenn die Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, begrenzt sind, man hat das (zumeist gute) Gefühl, doch etwas bewirken zu können ...

     

    Rechte und Möglichkeiten der SV in St. Ursula

    "Die SV vertritt ... die Rechte der Schüler, fördert und nimmt deren Interessen wahr und wirkt dadurch bei der Gestaltung des schulischen Lebens mit." (SV-Erlass)
    Im Rahmen ihrer Satzung hat die SV St. Ursula dazu folgende schulpolitischen Rechte und Möglichkeiten für sich formuliert:

    1. Vertretung der Rechte und der Interessen der Schüler,
    2. Mitwirkung bei schulpolitischen Entscheidungen,
    3. Mitwirkung bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte.
    Dieses kann und soll in den Fachkonferenzen und in der Schulkonferenz umgesetzt werden. Die SV hat jeweils zwei Vertreter in jeder Fachkonferenz. Diese dürfen allerdings nicht mit abstimmen. In der Schulkonferenz dagegen sind alle sechs Vertreter voll stimmberechtigt und können so die Interessen der gesamten Schülerschaft vertreten. Die Kenntnis dieser Rechte und Möglichkeiten hat nach Angaben der SV-Mitglieder zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein innerhalb der SV und in großen Teilen der Schülerschaft geführt.
    Zusätzlich hat die SV die Möglichkeit, bei gegebenem Anlass auch kurzfristig ein Gespräch mit der Schulleitung oder auch mit dem Schulträger führen zu können. Dabei können vor allem viele akute Probleme schnell und intern geklärt werden.
    Der SV des St. Ursula Gymnasiums ist es durch gute Teamarbeit in den letzten Jahren gelungen, neben ihrer alltäglichen Arbeit den Schülern die Möglichkeit zu bieten, mit ihren Wünschen und Problemen zu ihr zu kommen. Auf diese Weise konnten wichtige Ziele erreicht werden: die SV führte und führt regelmäßig Seminare über die Rechte und Pflichten von Schülern sowie Seminare über die Aufgaben von Klassen- und Kurssprechern durch. Außerdem wurde unter Beteiligung der gesamten Schülerschaft ein Schülervertrag erstellt und verabschiedet. Die Verlegung des Betriebspraktikums in die Jahrgangsstufe 11 konnte nicht verhindert werden.
    Wie alle anderen Gremien am St. Ursula Gymnasium versucht auch die SV, ihre Aufgaben so gut zu erfüllen, wie sie kann. Aber trotz aller Bemühungen und der Unterstützung vor allem durch den stellvertretenden Direktor sind und bleiben die Rahmenbedingungen (landesweit und bei uns im Haus) auch für die SV unzureichend. So ist vor allem das Fehlen von Raum (z. B. einer zentralen Anlaufstelle) die Hauptursache für die mangelnde Präsenz der SV im Bewusstsein von Schülern und Lehrern.
    Die bevorstehenden massiven Strukturveränderungen am Lebens- und Arbeitsplatz Schule verlangen auch den Einsatz der SV. Sie ist bereit, diesen Einsatz zu leisten, braucht aber bessere Bedingungen und mehr Unterstützung. Diese Ausführungen über die SV-Arbeit wurden von der SV selbst erstellt.

     

    Streitschlichtermodell

    Aus der SV-Arbeit ist an unserer Schule vor einigen Jahren die Einführung eines Streitschlichtermodells hervorgegangen. Bei Befragungen von Schülern und Eltern nach den Besonderheiten unserer Schule wird immer wieder auf die relative Gewaltfreiheit und besondere Atmosphäre als Markenzeichen unserer Schule hingewiesen, was sowohl durch die Präambel als auch die Hausordnung unserer Schule betont und ständig neu in das Bewusstsein der Schüler gerückt wird. Um die Schüler für ihren eigenen Anteil zu sensibilisieren und gleichzeitig Hilfestellung zur Umsetzung untereinander zu leisten, hat die SV diesen Weg der Umsetzung gewählt.
    Hier die wichtigsten Aspekte des Streitschlichter-Modells:
    Vorgehen:
    Einige Schüler der 9. - 11. Klassen werden auf einem speziellen Seminar zu Streitschlichtern ausgebildet, dann an unserer Schule als offiziell ernannte Streitschlichter in den Klassen 5-9 vorgestellt und vermitteln bei Konflikten zwischen Schülern nach einem bestimmten Modell. Die streitenden Schüler melden sich freiwillig bei den Streitschlichtern, können aber auch auf Empfehlung von Lehrern oder Mitschülern um Hilfe bitten.
    Ziele:
    - Konfliktlösung in einem neutralen Rahmen (Lehrer oft überfordert und oder meist ungewollt parteiisch, Abhängigkeitsverhältnis);
    - die Streitenden lösen ihren Konflikt selbst und nur wenn beide mit der Lösung/dem Kompromiss einverstanden sind (Streitschlichter haben lediglich die Rolle der Vermittler und Berater)
    - die Streitenden schließen einen Vertrag ab, dessen Einhaltung von den Streitschlichtern überprüft wird.
    Prinzipien:
    sachliche und respektvolle Auseinandersetzung, beide Parteien kommen zu Wort und erzählen sich ihre Probleme miteinander gegenseitig, absolute Vertraulichkeit (kein Lehrer erhält Einsicht), wenn nötig mehrere Gesprächstermine, einige Wochen nach Vertragsabschluß Feedback zwischen den Beteiligten.
    Die Informationen über das Streitschlichter-Modell stammen von den Begleitlehrern/Ausbildern dieses Modells.

     

  25. Elternarbeit am Gymnasium St. Ursula
  26. Eine Besonderheit des Gymnasiums St. Ursula liegt in der aktiven Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule über den üblichen Rahmen der Mitwirkung in den schulischen Gremien wie der Klassen-, Schulpflegschaft und der Schulkonferenz hinaus. Der Förderverein unserer Schule stellt sich mit einem Auszug des Anschreibens an die Eltern der neuen Schüler/innen selbst vor:
    "Im Jahre 1970 haben Eltern von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums St. Ursula den Förderverein gegründet. Sie haben dies getan, um durch ihre Mitgliedschaft im Förderverein die Mittel zu beschaffen, die zur Durchführung eines zeitgemäßen und fachlich hochwertigen Unterrichts unerläßlich sind.
    Unser Verein hat inzwischen rund 850 Mitglieder, die sich aus Freunden und Förderern, ehemaligen Schülerinnen und Schülern und Eltern von ehemaligen und jetzigen Schülerinnen und Schülern zusammensetzen. Mehr als 70 % der Eltern der derzeitigen Schülerinnen und Schüler gehören dem Förderverein an. In den 30 Jahren seines Bestehens hat unser Verein Beachtliches für das Gymnasium St. Ursula tun können. Mit unserer Hilfe hat die Schule Jahr für Jahr Lehr- und Lernmittel, Geräte, Einrichtungen und Medienausstattungen beschaffen, modernisieren und erweitern können. Vieles, was wir heute in unserer Schule auf den ersten Blick als selbstverständlich" ansehen, ist erst durch die Eltemhilfe über den Förderverein ermöglicht worden, wie z.B. die Ergänzung der PC-Ausstattung um einen Klassensatz, die Erneuerung der Bühnentechnik der Schulaula, die Unter- und Mittelstufenbücherei, die Oberstufenbibliothek, die "English Library", und der Club Francais"....
    Ohne die Unterstützung der Eltern sind bei den ständig steigende Unterhaltskosten eine von uns gewollte gute Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln und die fortlaufende Erneuerung veralteter Unterrichtsmittel nicht möglich." Der Förderverein weist ausdrücklich darauf hin, dass alle Mitglieder des Vereins ehrenamtlich, uneigennützig und engagiert tätig sind und dass geleistete Beträge und Spenden steuerlich absetzbar sind.
    Der Verein zum Erhalt der St. Ursula-Schulen stellt sich ebenfalls selbst vor:
    "Das Ursulinenkloster Dorsten ist Träger einer sechsjährigen Realschule für Mädchen und eines neunjährigen Gymnasiums für Jungen und Mädchen.
    Auch in unserer postchristlichen Zeit sind Bildung und Erziehung in christlichem Sinn notwendig und möglich. Das wird bestätigt durch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, deren berufliche Motivation geprägt ist durch den Geist Angela Mericis. Damit es so bleibt, soll das Werk gesichert werden: durch den "Verein zum Erhalt der St. Ursula-Schulen in Dorsten e.V." und durch die Gründung einer Stiftung.
    Der "Verein zum Erhalt der St. Ursula Schulen in Dorsten e.V." wurde 1999 im Jahr des 300-jährigen Bestehens von Kloster und Schulen gegründet. Durch die Beiträge und Spenden wird der Erhalt der Gebäude und Einrichtungen als attraktive Orte des Lernens und der Begegnung unterstützt. Auch künftige Generationen sollen hier noch vermittelt bekommen, was notwendig ist, um die Herausforderungen des Lebens zu bestehen.
    Durch die Gründung einer Stiftung soll das Werk Angela Mericis für die Zukunft in unserer Stadt gesichert werden. Stiftungszweck ist die Fortführung unserer Jahrhunderte alten Erziehungs- und Bildungstradition in Dorsten, sollte der Konvent der Ursulinen als Schulträger dazu nicht mehr in der Lage sein."

     

    Eltern-Lehrer-Arbeitskreise

    Im Rahmen der aktiven Zusammenarbeit am Schulprogramm haben sich die folgenden Lehrer-/ Eltern-Arbeitskreise gebildet:

     

    Ursulinische Erziehung:

    Diese Arbeitsgruppe erarbeitete den Rückbezug unseres Schulprogramms auf die Ordensgründerin Angela Merici und erstellte die Präambel. Weitere Ziele sind die Weitergabe der Ergebnisse an das Kollegium, die Eltern und Schülerschaft sowie die Evaluation der gestellten pädagogischen Ziele.

     

    Besonderheiten der Erprobungsstufe:

    Ziel ist die Begleitung der Schüler/innen in der besonders sensiblen Phase des übergangs von der Grundschule zum Gymnasium. Auftretende Schwierigkeiten und Wünsche werden analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt und umgesetzt.

     

    (Hoch-)Begabten-Förderung:

    Regelmäßige Sprechstunden für betroffene Eltern und Informationsveranstaltungen an den Elternsprechtagen. Zur weiteren Zielsetzung siehe VIII. (Hoch-) Begabtenförderung.

     

    Umgang mit Konflikten:

    Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, auftretenden Konflikten und evtl. Mobbing durch Aufklärung und Prävention entgegen zu wirken bzw. Hilfsangebote - z.B. Streitschlichtung- im Bewusstsein der Schüler/innen stärker zu verankern.

     

    Berufsberatungsinitiative:

    Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass viele unserer Abiturienten/innen kurz vor dem Abitur nicht wissen, was sie nach dem Abi machen sollen; gleichzeitig geht es dem Wirtschaftsstandort Deutschland schlecht, in fast allen Bereichen werden Stellen abgebaut. Um Entscheidungshilfen zu geben und Perspektiven aufzeigen zu können, führen wir seit dem Schuljahr 1999/2000 an unserer Schule eine "Berufsberatungsinitiative von Eltern für Schüler" durch. Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass hier nicht nur eine allgemeine Information über den Ausbildungsgang bzw. die Arbeitsbereiche gegeben wird, sondern direkte Einblicke in die Praxis vermittelt werden, auch Aufstiegsmöglichkeiten und Verdienstspannen erfragt werden können.
    Das Besondere der Veranstaltungen:
    - Vertreter vieler interessanter Berufe und Berufsfelder
    - das Angebot der Beratung für diejenigen, die "überhaupt noch nicht wissen, wohin es gehen soll" im Sinne einer Berufsfindungsberatung
    - Wichtige Informationen über die neuen bundesweiten Studiengänge: Bachelor und Master und Internet-Studiengänge.

     

    Öffnung von Schule nach innen und außen

    Es geht in diesem Arbeitskreis hauptsächlich um den Informationsfluss innerhalb der Schule, daher wurden bisher ein regelmäßig im Schuljahr erscheinender Flyer und ein Wegweiser für die 5. Klassen erarbeitet.

     

    Power Point Präsentation unserer Schule:

    Die Gruppe erarbeitet eine Computer gestützte Präsentation der Schule z.B. für den Informationsabend der Eltern, die ihr Kind an unserer Schule anmelden wollen. Ein weiteres Ziel ist die engere Zusammenarbeit mit der Homepage-Gruppe, um eine einheitliche Darstellung der Schule zu erreichen.

     

    Festkomitee zur Vorbereitung von Festen: Schulfeste, Ehemaligenfeste usw.

    Es handelt sich hier um einen relativ lockeren Zusammenschluss von Eltern, die bei der Organisation von Feiern helfen.

     

  27. Fahrtenprogramm
  28. Jahrgangsstufe 12 /13
    Studienfahrten der Oberstufe , Wahl des Ziel abhängig vom LK, in den Fremdsprachen-LKs zumeist das Vaterland der Sprache, also England und Frankreich
    Jahrgangsstufen 11/12*
    Israel-Austausch; dieser ist im Moment allerdings ausgesetzt aufgrund der politischen Situation in Israel. Durch die häufigen Bombenattentate, die sich nicht nur auf die sogenannten besetzten Gebiete beziehen, sondern auch im Kernland passieren, ist die Sicherheit unserer deutschen Schüler bei einem Besuch in Israel nicht gewährleistet. Das wird uns von unseren israelischen Austausch-Partnern bestätigt, die uns vor einem Besuch sogar ausdrücklich warnen. Auf der israelischen Seite besteht im Moment an dem Austausch geringeres Interesse, da die Eltern ihre Kinder in dieser Gefahrensituation nicht gern außer Landes reisen lassen wollen.
    Jahrgangsstufe 11*: Fahrten über ein verlängertes Wochenende
    Trier-Fahrt: für Latein-Schüler/innen
    England-Fahrt
    Paris-Fahrt
    Schwerpunktmäßig Jahrg. 9 und 10: Frankreich-Austausch*
    Jahrgangsstufe 9: Religiöse Orientierung
    Jahrgangsstufe 8: Klassenfahrt
    Gemeinsame 5-tägige Fahrt der Jahrgangsstufe, steht unter dem Zeichen der sportlichen Betätigung
    Jahrgangsstufe 7: Austausch mit Holland
    Jahrgangstufe 6: Klassenfahrt
    Soll in Zukunft möglichst auch in einer Maßnahme mit gemeinsamem Ziel durchgeführt werden.
    Ski-Freizeit in Kaprun (österreich)*: In den Osterferien für die Jahrg. 5-8
    Die mit *gekennzeichneten Fahrtenprogramme sind fakultativ.

     

  29. Schul- und Hausordnung des Gymnasiums St. Ursula Dorsten
  30. Die Schulordnung steht als pdf-Datei zur Verfügung.